Werder plant coulibaly-coup: 30 millionen für den teenager, den der hsv verschenkte

Karim Coulibaly ist noch 18, spielt erst seit zwölf Monaten Profifußball – und könnte Werder Bremen im Sommer die größte Transfereinnahme seit 15 Jahren bescheren. Paris, Chelsea, Barcelona: Die Jagd auf den Innenverteidiger läuft. Die Ablöse? Mindestens 30 Millionen Euro. Die Ironie: Geldregen gibt’s auch für den HSV, der ihn vor zwei Jahren ablösefrei ziehen ließ.

Der steilshoop-turbo: von 0 auf 22 millionen in neun monaten

Coulibalys Marktwert explodierte von einer auf 22 Millionen Euro – ein Zuwachs, den selbst Erling Haaland so nicht hinlegte. Die Zahlen sind schon jetzt absurd: 23 Zweikämpfe pro 90 Minuten, 78 Prozent gewonnene Duelle, drei Balleroberungen pro Spiel, die direkt zu Werder-Kontern führen. Kein Wunder, dass die Scouts von Paris St. Germain seit Februar jedes Heimspiel in der Weser-Stadion besuchen. Chelsea hat intern bereits ein Porträtvideo erstellt, in dem Coulibalys Laufwege mit denen von William Saliba verglichen werden.

Die Bremer Führung schmunzelt. „Wir wissen, dass er uns verlassen will, wenn der Klub Europa League spielt“, sagt ein Insider. Die Qualifikation dafür liegt nach dem 3:1 in Leverkusen plötzlich im Bereich des Möglichen. Je weiter Werder kommt, desto höher der Preis. Intern geht man von einer Spanne zwischen 30 und 35 Millionen aus – plus Boni. Das würde den bisherigen Rekordverkauf von Diego (27 Mio. 2009 an Juve) pulverisieren.

Hamburg kassiert mit – dank fifa-solidaritätsmechanismus

Hamburg kassiert mit – dank fifa-solidaritätsmechanismus

Der HSV aber raucht nach. Coulibaly lief 2023/24 noch in der U19 der Rothosen, wechselte dann ablösefrei. „Ein Debakel“, nennt es ein Aufsichtsratsmitglied. Doch es gibt ein Trostpflaster: FIFA-Regelwerk, Punkt VIII (20). Danemacht jedes Ausbildungszentrum zwischen dem 12. und 23. Lebensjahr mit, wenn der Spieler weiterverkauft wird. Coulibaly war von 2016 bis 2023 in Hamburg – sechs Jahre, die jetzt zählen.

Rechenbeispiel: 30 Millionen Ablöse, fünf Prozent Solidaritätsbeitrag = 1,5 Millionen. Davon entfallen laut FIFA-Matrix 40 Prozent auf die letzten drei Ausbildungsjahre. Macht 600 000 Euro für den HSV. „Kein Ding, wenn man bedenkt, dass wir ihn umsonst gehen ließen“, sagt ein Hamburg-Manager mit bitterem Lächeln. Dazu kamen bereits 70 000 Euro Ausbildungsentschädigung, die Werder bei der Profi-Registrierung zahlte – Kleingeld gegen die Millionen, die jetzt drohen.

Vom bramfelder sv ins rampenlicht – und weiter nach london?

Wer ist der Junge, der Europas Klub-Bosse derzeit beschäftigt? Coulibaly wuchs in Steilshoop auf, einem Hamburger Problemviertel mit 60 Prozent Migrationshintergrund. Mit fünf Jahren trat er beim Bramfelder SV ein, dessen Kunstrasenplatte direkt an der A24 liegt. „Er war immer der Kleinste, aber nie der Langsamste“, erinnert sich Jugendtrainer Tarkan Yilmaz. Später Barmbek-Uhlenhorst, dann HSV. Dort aber zogen sie ihn zu selten hoch, zu oft blieb er in der U17 stehen.

Bei Werder bekam er sofort ein Angebot für die U19 plus Perspektive Profikader. Ein Jahr später zog Trainer Ole Werner ihn ins Trainingslager nach Zillertal mit. Coulibaly machte den Testspielen gegen St. Pauli und Fulham unsicher, seitdem ist er Stammkraft. „Er trifft sich nach jedem Spiel mit unserer Mental-Coach, um mit dem plötzlichen Ruhm umzugehen“, verrät Sportchef Clemens Fritz. Die Eltern aus Elfenbeinküste schicken ihm jeden Sonntag Sprachnotizen auf Französisch: „Rester humble“ – bleib bescheiden.

Die nächsten Wochen entscheiden. Werder will Europa League, Coulibaly will Champions League. Chelsea bereitet laut englischen Medien ein Angebot über 32 Millionen plus acht Millionen Boni vor. Paris pocht auf Gespräche mit dem Berater, der zufällig auch Noussair Mazraoui betreut. Die Bremer Fans fürchten sich vor einem Sommer wie 2009, als Diego das Stadion verließ. Diesmal winkt aber mehr Geld – und der HSV bekommt auch was ab. Manchmal lohnt sich das Verschenken eben doch.