Näslund stoppt maier erneut - himmelsbach schockt skicross-elite

Gold im Februar, Silber im März – doch die große Kristallkugel bleibt Makulatur für Daniela Maier. Die 30-jährige Skicross-Olympiasiegerin fuhr in Gällivare erneut hinter Sandra Näslund ins Ziel, während sich ein 23-jähriger Deutscher namens Kilian Himmelsbach zum ersten Mal aufs Podest schwang.

Maier kassiert die nächste lektion der schwedin

175 Punkte Rückstand vor dem vorletzten Rennen – eine Himalaya-Distanz im Skicross. Maier legte los wie die Feuerwehr, sprang in der Prognose kurz auf den Gesamtweltcup-Thron, doch Näslund antwortete mit dem zehnten Saisonsieg. Fünfmal hat die Schwedin nun die Kugel geholt, Maier schaut auf zwei Silbermedaillen 2022 und 2024 sowie Olympia-Gold – und immer noch kein Gesamtsieg.

Die Schwarzwälderin blieb nach dem Rennen knapp 20 Sekunden in der Zielgerade stehen, atmete tief durch, fuhr sich mit der Hand durch die Haare. „Ich wollte es wissen, aber sie ist einfach schneller“, sagte sie leise, fast heiser. Die Zuschauer in Gällivare feierten trotzdem, auch wenn ihre Königin wieder einmal die andere war.

Himmelsbach räumt ab – und niemand hatte ihn auf dem zettel

Himmelsbach räumt ab – und niemand hatte ihn auf dem zettel

Während die Kameras auf Näslund und Maier zuckten, schob sich Kilian Himmelsbach in die Bilder. Der 23-jährige Oberstdorfer fuhr konstante Linie, ließ im Halbfinale den Kanadier Brady Leman stehen und sprintete im Finale auf Rang drei. Sein erster Weltcup-Podest, sein erster Media-Pulk, seine erste Frage auf der Pressekonferenz.

„Ich habe morgens noch den Ski gewachst und gedacht: Wenn’s klappt, klappt’s“, sagte er und klang, als hätte er gerade die Lottozahl gezogen. Die Skicross-Männer der DSV-Equipe klopften ihm auf den Rücken, selbst der alte Hase Florian Wilmsmann schüttelte ungläubig den Kopf. Rang drei bedeutet nicht nur 60 Punkte, sondern auch Startrecht im nächsten Weltcup-Finale in Val Thorens – und ein Ticket in die geschlossene FIS-Gala, wo sonst nur die Großen sitzen.

Deutsche skicross-crew schickt warnsignal

Deutsche skicross-crew schickt warnsignal

Mit Himmelsbach, dem verletzungsbedingt erst später in den Weltcup eingestiegenen Paul Bergström und dem formstarken Jonas Lenherr hat der deutsche Skicross-Verband plötzlich drei Männer im oberen Drittel. Die Technik-Chefin sprach von „einem Schritt Richtung Teamweltcup“, dem Format, das 2026 in die olympische Familie aufgenommen wird. Dort zählt nicht nur der Einzelne, sondern die Staffelstärke.

Für Maier bleibt ein letzter Saisonlauf in Frankreich, doch die Mathematik ist gnadenlos. Selbst ein Sieg dort würde Näslund nicht mehr vom Thron stoßen. Bleibt die Frage: Wie lange kann sich Maier mit Edelmetall begnügen, bevor sie sich einen Gesamtsieg auf die Fahne schreibt? Die Antwort lautet: mindestens ein weiteres Jahr.

Der deutsche Skicross-Zug rollt trotzdem. Und Himmelsbach? Der buchte am Sonntag schon den Flug nach Val Thorens – ohne Rückflugdatum. „Warum auch“, sagte er und grinste. „Erstmal wird gefeiert.“