Jablonski verliert die kontrolle: gelb-rot-panne im england-test
Sven Jablonski wollte eigentlich nur ein Routine-Testspiel durchpfeifen – stattdessen schrieb er 90 Minuten Schiedsrichter-Kabarett. Zwischen England und Uruguay verlor der deutsche Referee die Souveränität, verwarrt einen Spieler zweimal und lässt ihn trotzdem weiterspielen. Die englische Presse spricht jetzt schon vom „Gelb-Rot-Skandal von Wembley“.
Der moment, in dem alles kippte
Minute 70: Uruguay-Kapitän José María Giménez protestiert wild, Jablonski greift zur Gelben Karte – doch die Geste trifft Manuel Ugarte, der gerade hinter seinem Kollegen vorbeiläuft. Die TV-Regie blendet sofort ein: Gelb für Ugarte. Im Stadion glauben 80 000 Zuschauer: Karte Nummer eins. Keiner ahnt, dass der Schiri die eigentlich Giménez geben wollte.
Minute 81: Ben White köpft England in Führung, Uruguay protestiert, Jablonski zückt erneut – und diesmal ist es wirklich Ugarte. Die englische Bank explodiert: zwei Gelbe, kein Platzverweis? Thomas Tuchel tobt an der Seitenlinie: „Das ist keine Leistung, das ist ein schlechter Scherz.“

Die nachspielung lügt nicht – oder doch?
Die TV-Bilder scheinen klar zu sein: zwei Verwarnungen für denselben Mann. Doch im Kabinentalk nach Abpfiff beginnt ein Faktencheck, der an Monty Python erinnert. Laut Harry Maguire erklärt Jablonski den Spielern, die erste Karte sei für Giménez gewesen, die zweite für Ugarte – folglich bleibe Letzterer auf dem Platz. Die UEFA-Datenbank bestätigt: Gimenez 70., Ugarte 81. Minute. Die englischen Fans fragen sich nur: Warum hat die Regie dann Ugarte eingeblendet?
Der Fall kocht jetzt international hoch. Die IFAB-Regel 12 ist eindeutig: Wer zweimal Gelb sieht, muss runter. Fraglich ist nur, ob Jablonski überhaupt die erste Verwarnung korrekt kommuniziert hat. Sein Mikro lief, seine Geste war zweideutig. Uruguay profitiert, England fühlt sich betrogen.

Was das debakel für jablonski bedeutet
Für den 34-jährigen Bundesliga-Referee war das Länderspiel eine Beförderungsprobe. Statt sich als Euro-Kandidat zu empfehlen, lieferte er den europäischen Verbänden eine PR-Katastale. Die UEFA wird das Video jetzt stundenlos analysieren; intern ist man verärgert, weil der Imageschaden größer ist als jede Strafe. Jablonski selbst schwieg nach dem Schlusspfiff, ließ sich nur via Assistenten zitieren: „Die Entscheidung stand, wir haben sie protokolliert.“
Für Tuchel bleibt der Nachgeschmack eines verpassten Siegs. „Wir bereiten uns auf die Euro vor und bekommen so ein Durcheinander. Das ist nicht nur peinlich, das ist gefährlich für die Glaubwürdigkeit des Schiedsrichterwesens.“
Der einzige Gewinner des Abends: Manuel Ugarte, der unbehelligt bis zur 87. Minute weiterspielte – und am Ende sogar den Siegtreffer vorbereitete. Ironie des Fußballs: Manchmal zählt nicht, was auf dem Platz passiert, sondern was im Protokoll steht. Jablonski wird das nächste Mal pfeifen – aber die Frage ist, ob ihn jemand ernst nimmt.
