Nach 1:6-pleite: inter-coach palladino zieht mit wilder bergsteiger-attacke gegen bayern ins rückspiel
Mailand – Fünf Tore Rückstand, ein Bein im Grabe, trotzdem knallt Raffaele Palladino den Satz in die Runde, der diese Champions-League-Nacht vorab entzündet: „Wir wollen ein Achtelfinale würdig machen.“
Die 1:6-klatsche sitzt tief – aber nicht im kopf der nerazzurri
Seit dem Debakel in München haben die Analyster den Abwehrriegel von Inter auseinandergenommen wie ein altes Radio. Die Saçhverhalte: Zu hohe Linie, zu spät verschoben, zu viele individuelle Fehler. Palladino schiebt dagegen eine andere Betrachtung: „Wir haben gelernt, dass Perfektion nötig ist gegen einen Gegner, dem im Moment alles gelingt.“ Der Coach verweigert sich dem Fatalismus. Stattdessen nennt er die Pleite eine „Lehrstunde, die wir gegen Inter bereits umgesetzt haben“, spricht das 2:2 im Derby als Beweis für die Befreiungsschläge seiner jungen Truppe.
Die Aufstellung wird rotieren. Isak Hien wird von der ersten Minute an die Lufthoheit suchen, statt nur zu vertuschen. Denn Palladino plant kein 90-minütiges Feuerwerk, sondern einen „stolzen Auftritt für 3.800 Fans, die Tickets gekauft haben, obwohl sie wissen, dass wir eigentlich schon ausgeschieden sind“. Die Curva Nord wird choreografisch eine Bergwand hochziehen – Symbolbild für die Mission, die der Trainer „Himalaya“ nennt.

Zwischen pokal-wunder und liga-angst
Parallel schwebt der Blick nach Bergamo. Am Sonntag kommt der AC Verona, für Inter droht das interne Tableau: Conference League oder gar nichts? „Ich habe diese Staffel schon trainiert, sie ist sportlich wertvoll“, sagt Palladino, der beim Amtsantritt Tabellen-13. vorfand. Die Rechnung: Ein Wunder gegen Bayern würde die Moral explosiv nach oben schießen, doch schon das Verpassen einer Europa-League-Quali wäre ein Imageschaden für den neuen Eigentümer, der Milliarden in den Kader pumpt.
Bayern reist mit personellem Luxus an. Musiala, de Ligt, Sané – alle fit. Palladino kontert mit einem Satz, der an die Wand von Inter gedruckt werden könnte: „Wir haben nichts zu verlieren außer unseren Stolz, und den lassen wir heute Abend in Mailand liegen.“
Die Uhr tickt. Die Tore müssen fallen, Schlag um Schlag. 90 Minuten trennen Inter vom wahren Spätsommer-Märchen – oder von der vorerst letzten europäische Nacht dieser Saison. Die Kurve wird singen, die Mannschaft wird rennen. Ob es reicht? Die Statistik lacht. Das Stadion wird trotzdem brodeln. Denn Fußball ist das einzige Spiel, in dem eine 1:6-Pleite noch ein Happy End erfinden kann. Palladino glaubt daran – und damit muss er heute Abend rechnen.
