Moukoko bekommt retter mit mainz-vergangenheit: svensson löst kopenhagens debakel auf
Youssoufa Moukoko wartet seit Monaten auf den Funke – jetzt kommt ein deutscher Feuerwehrmann. Bo Svensson, 44, unterschrieb beim FC Kopenhagen einen Vertrag bis 2027 und übernimmt den zuletzt entthronten dänischen Serienmeister mit sofortiger Wirkung.
Die Zahlen, die der Klub am Sonntagmorgen veröffentlichte, lesen sich wie ein Horror-Szenario: sieben Liga-Niederlagen in Serie, erstmals in der 32-jährigen Geschichte der Superliga nur Tabellen-Platz 9, drei Tore aus 18 Einsätzen für den ehemaligen BVB-Juwel. „Wir glauben an Bo“, sagt Sportdirektor Peter Christiansen – und meint damit sowohl den Trainer als auch den Stürmer.
Svensson kehrt in den kindergarten zurück, den er nie vergaß
1998 lief der heutige Coach selbst noch in den Jugendteams der „Byens Hold“ auf. „Kopenhagen ist mein Zuhause“, erklärte er nach der Vorstellung, „ich kenne die Kultur, ich kenne die Erwartungshaltung – und ich kenne die Schmerzgrenze.“ Letztere wurde zuletzt täglich überschritten. Nach der 0:4-Pleite gegen Silkeborg zog die Klubführung die Reißleine und trennte sich von Jacob Neestrup.
Für Moukoko ist der Wechsel ein Neuanfang mit altem Bekannten. Svensson schulte in Mainz Stürmer wie Karim Onisiwo und Marcus Ingvartsen zu Press-Monstern. Der Deutsche gilt als Detail-Fetischist, der jeden Laufweg auf Milimeter ausmisst. Genau diese Präzision fehlte dem 20-Jährigen zuletzt. Sein erster Treffer nach der Winterpause fiel in der 89. Minute eines 3:3 gegen Viborg – per Elfmeter.

Das millionen-experiment, das jetzt retten will, was zu retten ist
Kopenhagen steckt 35 Millionen Euro in die Offensive: acht für Moukoko, den Rest für neue Flügelspieler. Das Budget ist das höchste des Landes, der Ertrag der niedrigste seit 2012. Svensson muss nun einen Kader stabilisieren, der sich selbst nicht mehr trägt. „Wir werden wieder nach vorne spielen, aber mit Kopf“, kündigte er an. Sein Lieblingssystem: 3-4-2-1, das Moukoko in der Zentrale isoliert und mit Laufwegen füttert.
Der Zeitplan ist knallhart: In 14 Tagen steigt das Play-off-Hinspiel um die Europa-League-Quali. Verliert Kopenhagen, fehlen bis zu 15 Millionen Euro – Geld, das bereits in Gehältern steckt. „Wir haben keine zweite Chance“, sagt Christiansen. Für Moukoko heißt das: Tore oder Bank. Seine letzte Chance, bevor die Gerüchte über ein Leihgeschäft laut werden.
Am Montag um 10 Uhr steht die erste Trainingseinheit. Svensson will bereits nach 45 Minuten wissen, wer bereit ist, „für das Wappen zu bluten“. Moukoko wird an der Seitenlinie stehen, die Hände in den Jackentaschen – und wissen, dass er jetzt einen Trainer hat, der ihn einst in der Bundesliga scoutete. Die Frage ist nicht mehr, ob der Sturm kommt, sondern ob er rechtzeitig kommt. Der FC Kopenhagen hat den Ausweg aus der Krise getauft: Bo Svensson. Der Rest ist Training, Taktik – und Torlaune.
