125-Jahres-klub lässt spaniens hoffnung aufblitzen: optimist-em rollt im abra an
Vom 1. bis 4. April verwandelt sich das Wasser vor Getxo in ein riesiges Spielbrett. 210 Jungen und Mädchen, alle jünger als 15, kämpfen beim spanischen Optimist-Staatsmeister um jeden Windstoß – und der Ausrichter ist kein geringerer als der Real Club Marítimo del Abra-Real Sporting Club, der 1897 gegründet wurde und damit älter ist als das spanische Fußball-Nationalteam.

Die gunst des windes und die stärke der kids
Startschuss ist täglich um 11 Uhr, drei Wettfahrten sind eingeplant – sofern der Cantabrische Golf mitspielt. Dann stampfen 140 Boote über die 0,6-Seemeilen-Bahn, die Zuschauer stehen auf der Mole, die Eltern filmen mit Tablets, und die Trainer brüllen Taktik über’s Wasser. Die Organisatoren rechnen mit 600 Übernachtungen im Großraum Bilbao, ein voller Hafen, ein volles Kaffeehaus.
Die Teilnehmerliste liest sich wie ein Atlas Spaniens: Andalusien, Balearen, Kanaren, Galicien, Madrid, Valencia, Melilla – nur La Rioja fehlt. Angeführt wird die Flotte von Nicolás Bastard, Vizcaya-Eigengewächs und Titelverteidiger. „Er segelt mit 14 schon so kalt, als wäre er 25“, sagt Cheftrainer Iñaki Gómez. Neben Bastard starten acht weitere Clubkinder, darunter die Zwillinge Andrea und Lola Criado, die letztes Jahr in Torbole die Top-30 der Welt knackten.
Hinter den Kulissen arbeitet ein Netzwerk, das sich über drei Jahrzehnte strafft. Die Escuela de Vela José Luis de Ugarte – benannt nach dem Mann, der 1978 das erste klubinterne Optimist-Programm startete – betreut derzeit 120 Nachwuchssegler. 40 Boote hängen am Kran, der Diesel der Startschiff-Betriebshaft wurde durch einen Elektro-Außenbord ersetzt, und auf der Flagge prangt das Motto: „Vela sin emisiones“. Denn Umwelt ist hier kein Marketingzusatz, sondern Teil des Curriculum: Jeder Schüler dokumentiert Müllsäcke und Treibstoffverbrauch in einer digitalen Logbuch-App.
Die Zahren sind hart. Eine neue Optimist-Plattform kostet 4.800 Euro, ein kompletter Satz Segel 1.200 Euro – und die wachsen mit, alle zwölf Monate. „Wer aufhört, weil es zu teuer wird, verliert den Anschluss“, sagt Mutter Marisol Angulo, deren Tochter Laura startet. Deshalb finanziert der Club 40 Prozent der Ausrüstung über Sponsoring: Coca-Cola liefert die Getränke, Hospital San Juan de Dios die Physiotherapeuten, Kirolur die Live-Streaming-Technik. Die Übertragung läuft auf YouTube, Kommentator ist der ehemalige Olympiasieger Fernando León, der 1996 in Atlanta Atlantik-Brisen sammelte.
Am Ende steht nicht nur ein Sieger auf dem Podest, sondern auch ein Punktesystem für nachhaltige Teams. Wer Müll sammelt, bekommt Bonuspunkte – und die kann man am Samstag in der Club-Bar gegen Pizza eintauschen. Die Message ist klar: Siegen ist wichtig, aber sauber gewinnen ist die neue Königsdiziplin. Der Cantabrische Golf wird’s merken.
