Michigan stampft ins elite eight – aday mara schweigt kritiker mit zweiter halbzeit

90:77 gegen Alabama, und plötzlich liegt der March Madness wieder ganz Spanien zu Füßen. Aday Mara blockte, passte und punktete die Wolverines mit 8 Zählern, 5 Rebounds, 4 Assists und 2 Blocks in die nächste Runde – doch die Zahl, die bleibt, ist 20:8. So lautete das Verhältnis nach dem Seitenwechsel, als der 2,18-Meter-Mann aus Zaragoza endlich aufwachte und mit einem einzigen Pick-and-Roll nach dem anderen die Rolltreppe gegen die Tide in Bewegung setzte.

Rose nagelte ihn in der kabine – mara antwortete auf dem parkett

Jalen Rose, Michigan-Legende und ESPN-Studio-Meinungsmacher, hatte zur Pause das Urteil gesprochen: „Wenn der große Spanier die Paint nicht dominiert, ist er unsichtbar.“ Trainer Dusty May stapelte tiefere Schatten: Maras verlorener Ball 3,2 Sekunden vor Halbzeit bescherte Alabama den letzten Korferfolg und eine 38:40-Führung. Die Kabinentür schlug zu, draußen tobten 18.000 in Crypto.com Arena – drinnen schrie May über schlefte Rotationsfolgen und fehlende Help-Side.

Was folgte, war keine Hollywood-Rede, sondern reine Mathematik. Michigan stellte die Verteidigung um, ließ Mara nicht länger im Drop-Coverage stehen, sondern schickte ihn früh an den Ballhandler. Die Folge: zwei Blocks innerhalb von 67 Sekunden, ein Offensiv-Rebound-Putback und eine Traum-High-Low-Action, die den 19-Jährigen zum 52:48-Punkte-Anschlag kommen ließ. Von diesem Moment an spielte Alabama nur noch Feuerwehr.

Tennessee wartet – und mit den vols ein duell der titanen

Tennessee wartet – und mit den vols ein duell der titanen

Am Sonntag um 21:05 Uhr Ortszeit geht es gegen Rick Barnes’ Tennessee-Team, das Virginia mit 87:70 weggespült hat. Die Vols bringen das beste Defensive Rating des Turniers (0,82 Punkte pro Possession) mit, dafür aber auch die schwächste Offensive unter den letzten Acht. Das Szenario liegt: Mara gegen 2,13-Meter-Zentrum Jonas Aidoo – ein Duell, das NBA-Scouts schon jetzt mit Spannung auf ihre Notizblöcke kritzieren.

„Ich schaue nicht auf Mock-Drafts, ich schaue auf den Scoreboard“, sagte Mara nach Abpfiff, das Kinn noch mit weißen Schweißstreifen bemalt. „Wir haben die Chance, Geschichte zu schreiben. Der Rest kommt, wenn er kommen soll.“ Die letzten spanischen College-Helden, die so weit kamen – Juancho Hernangómez und Usman Garuba –, drehten ihre Elite-Eight-Auftritte in Top-10-Picks um. Mara will sich zunächst ein Final-Four-Ticket lösen.

Folgueiras hält die iberische fahne in iowa oben

Folgueiras hält die iberische fahne in iowa oben

Neben Mara ist Álvaro Folgueiras der letzte Spanier im Turnier. Der Malagueño trifft heute Nacht mit Iowa auf Illinois, ausgerechnet den Rivalen aus der Big-Ten-Conference. „Wir schreiben uns jeden Tag, quieren ein All-Spanish Final Four“, lacht Mara. Realistisch? Vielleicht nicht. Aber im March Madness zählt keine Prozent-Rechnung – nur der nächste Sprungball.

Michigan steht eine Winzigkeit vor dem Traum, der seit 2018 unerfüllt blieb. Die Schmach der zweiten Runde gegen Florida im Vorjahr brennt noch nach. Tennessee soll nun die nächste Brandwand werden. Wenn Aday Mara auch nur annähernd so auftrumpft wie in den letzten zehn Minuten gegen Alabama, fliegt die Wall of Sound durchs Dach von Detroit – und ein neuer spanischer Big Man durch die Klappen der NBA-Garage.