Fehlstart statt platzverweis: ugarte schockt england-uruguay mit schiedsrichter-panne

Der Testkick zwischen England und Uruguay war nach 90 Minuten 1:1, doch die Twitter-Timeline brannte wegen eines einzigen Mannes: Manuel Ugarte. Der Mittelfeldanker der Celeste sah zwei Gelbe Karten – und spielte trotzdem weiter. Der Deutsche Sven Jablonski vergaß die Rote. Die Fifa muss nun erklären, wie ein Profi-Ref sonntags in London seine grundlegendste Aufgabe verpasst.

Erst foul an palmer, dann protest – danach chaos

Minute 53: Ugarte tritt Cole Palmer auf die Knöchel, Jablonski zückt Gelb. Minute 68: Jude Bellingham netzt zur 1:0-Führung ein, Ugarte diskutiert, fliegt eigentlich mit Gelb-Rot – doch der Schiedsrichter lässt ihn stehen. Die Uefa-Mikrofone fangen Jablonski kurz danach ein: „War das schon die zweite?“ Sein Assistent antwortet mit einem ratlosen Schulterzucken. Genau das ist der Moment, in dem das Protokoll versagt.

Die FA und die AUF reichten post-match gemeinsam ein Schriftstück ein, in dem sie eine sofortige Klärung fordern. Fifa-Sprecherin Emily Shaw bestätigte gegenüber der TSV-Pelkum-Redaktion: „Wir prüfen den Sachverhalt, die Schiedsrichter-Beobachter sind bereits angeflogen.“ Das Ergebnis steht, ein Nachholspiel ist laut Regelwerk nicht vorgesehen – doch die Blamage bleibt.

Videobeweis außer dienst – warum kein var eingriff

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Bemerkenswert: Das Spiel fand im „Enhanced Protocol“ statt, also mit Rückgriff auf zusätzliche Kamera-Assistenten. Die Leute in der Wembley-Kontrollkabine hatten jedoch keine Kompetenz, den Feld-Schiedsrichter anzuhalten, weil die Ampelkarte nie physischen Bestand fand. Erst als Uruguay-Coach Marcelo Bielsa in der 71. Minute Ugarte rausnahm, verschwand der Spieler – nicht vom Platz, sondern nur von der Bildfläche.

Die Statistik lügt nicht: Ugarte gewann 13 von 16 Zweikämpfen, spielte aber nach seiner eigentlichen Disqualifikation noch acht Minuten lang. Eine Ewigkeit, in der England hätte in Überzahl den Sieg erzwingen können. Stattdessen schlug Federico Valverde per Elfmeter den 1:1-Endstand ein – mit dem zweiten Schuss aus elf Metern, den Keeper Jordan Pickford an diesem Abwart zu Gesicht bekam.

Jetzt droht dem referee der abstieg in die zweite gruppe

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Jablonski gilt seit Jahren als Hoffnungsträger des DFB, sollte bei der WM 2026 als erster Deutscher seit 2014 wieder ein Finale leiten. Nach diesem Patzer dürfte er stattdessen U19-Spiele in Osteuropa zugewiesen bekommen. Die interne Bewertung fiel laut Uefa-Quellen auf „mangelhaft“ aus – schlechter geht nur „nicht geeignet“. Die deutsche Schiedsrichter-Kommission schweigt bislang, doch die Botschaft ist klar: Wer zwei Gelbe nicht mit Rot quittiert, fliegt selbst aus dem Kader.

Für Ugarte bleibt die Sache folgenlos – er wird vorerst nicht gesperrt, weil die Rote nie offiziell verhängt wurde. Ein absurdes Schlupfloch, das die Fifa wohl schnellstens stopfen wird. Bis dahin bleibt nur der trostlose Beigeschmack eines 1:1, das niemand so recht für gültig hält. Die Fans haben schon ein neues Meme: Ugarte als leuchtendes Gelb-Rot-Emoji, das einfach nicht verschwinden will. Wembley wird sich erinnern – und Jablonski auch.