Thunder demütigen lakers: ist das jetzt das ende der titelträume?
Oklahoma City hat Los Angeles eine Basketball-Lektion verpasst. Die Thunder gewannen das erste Playoff-Spiel der Western-Conference-Halbfinals deutlich mit 108:90 – und das, obwohl ihr Superstar Shai Gilgeous-Alexander weit unter seinen üblichen Ansprüchen blieb. Die Lakers wirken angeschlagen, verunsichert und ratlos. Kann Coach JJ Redick schnellstmöglich eine Lösung finden?
Sga im schatten, holmgren im rampenlicht
Die Lakers hatten einen Plan: Shai Gilgeous-Alexander in Schach halten. Und das gelang ihnen zunächst auch. Der MVP wurde früh doppelt verteidigt und kam nur auf 18 Punkte – allerdings auch mit sieben Ballverlusten. Doch genau hier offenbarte OKC seine wahre Stärke: Sie sind mehr als nur ein Team, das von SGA lebt. Die aggressive Verteidigung gegen den Superstar öffnete Räume für andere, insbesondere für Chet Holmgren, der diese eiskalt nutzte. Der junge Center dominierte die Zone und traf nahezu jeden Wurf. Holmgren zeigte eine beeindruckende Vorstellung mit 24 Punkten und zwölf Rebounds, darunter sechs spektakuläre Dunks. Er bestrafte jede verpatzte Wechselverteidigung der Lakers gnadenlos.
Ajay Mitchell sprang weiterhin stark für den verletzten Jalen Williams ein und steuerte 18 Punkte bei. Wichtig waren auch die Minuten von Jared McCain, Isaiah Joe, Alex Caruso und Cason Wallace, die die Bank der Thunder im Vergleich zu den Lakers-Reservisten klar übertraf (34:15).
Die Thunder demonstrierten eine beeindruckende Tiefe und Anpassungsfähigkeit.

Lebron schwach, reaves am boden
LeBron James erzielte zwar 27 Punkte, traf aber auch 12 von 17 Würfen. Seine Leistung war aber nicht ausreichend, um das Team zum Sieg zu führen. Besonders enttäuschend war der Auftritt von Austin Reaves, der neben James als zweiter offensiver Anker gelten sollte. Er traf nur drei von 16 Würfen und kam auf magere acht Punkte. „Ein paar mentale Fehler“, räumte Reaves nach dem Spiel ein. „Gegen dieses Team bestrafen sie dich sofort, wenn du mehrere Fehler hintereinander machst.“
Die Lakers versuchten zwar, viel zu switchen, lieferten Holmgren dadurch aber immer wieder kleinere Verteidiger. Die Thunder nutzten dies geschickt aus. Auch die Offensivrebounds der Thunder (neun) wurden in 21 Second-Chance-Punkte umgewandelt, was Lakers-Coach JJ Redick nach dem Spiel so kommentierte: „Wenn sie Offensivrebounds geholt haben, haben sie uns damit komplett zerstört.“

Redick am limit: „zu viele fehler“
Lakers-Coach JJ Redick stand nach der Partie vor dem Nichts. „Du spielst gegen den amtierenden Champion. Deine Fehlertoleranz ist extrem klein“, sagte er frustriert. „Basketball ist ein Spiel voller Fehler. Aber heute waren es einfach zu viele.“ Die Lakers kamen in der Zone nur auf 40 Punkte – ein extrem niedriger Wert für ein Team, das eigentlich über Drives und Abschlüsse am Ring kommen sollte. Holmgren zerstörte nahezu jede Aktion am Korb und nahm L.A. jede einfache Option weg. Zudem dominierte Oklahoma City den Transition-Kampf, bestrafte Ballverluste und schlechte Abschlüsse sofort mit Tempo und offenen Würfen.
LeBron James sprach ebenfalls von taktischen Fehlern und Konzentrationsproblemen: „Wir hatten einige Fehler in der Umsetzung des Gameplans. Sie testen dich permanent.“ Die Lakers müssen sich dringend etwas einfallen lassen, wenn sie die Serie noch drehen wollen. Die Diskrepanz zwischen dem „Expected Score“ (laut Redick eigentlich ausreichend für einen Sieg) und der Realität verdeutlicht, dass es nicht an der Wurfqualität lag, sondern an der mangelnden Fähigkeit, Chancen zu verwerten und die Fehler der Thunder zu bestrafen.
Oklahoma City zeigte heute, dass sie nicht nur ein Team sind, das von SGA lebt, sondern eine homogene Einheit, die auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt und ihre Stärken ausspielt. Die Frage ist, ob die Lakers in der Lage sind, sich so schnell anzupassen und ihre individuellen Schwächen in den Griff zu bekommen.
