Markus babbel schlägt alarm: „fahrlässig“ wäre es, eberl bei bayern jetzt zu halten

Markus Babbel legt nach. 01:01 Uhr, Nachtschicht in der Sky-Konferenz, und der Ex-Nationalspieler schleudert dem FC Bayern eine Warnung entgegen, die bis in die Geschäftsräume der Säbener Straße hallt: „Ich fände es fahrlässig, Max Eberl länger zu halten.“

Die bombe tickt im sportvorstand

Babbel spricht, was in München derzeit nur hinter vorgehaltener Hand gemurmelt wird. Seit Wochen kursiert die Frage, ob der 50-Jährige, der im März mit einem Dreijahresvertrag auf der grünen Wiese des Rekordmeisters landete, tatsächlich die sportliche Zukunft lenken soll. Die Antwort des 51-maligen Nationalspielers kommt ohne Süßholz: „Die Transferpolitik der letzten Jahre trägt seine Handschrift – und die war alles andere als gut.“

Die Zahlen sprechen für ihn. Seit 2019 verließen bei den Bayern Spieler wie Thiago, Lewandowski oder Pavard – Ersatz kam, aber keiner dieser Deals schlug Wellen. Babbel: „Wenn du Davies, Musiala und Kimmich nicht langfristig sicherst, wackelt die Basis.“ Dabei zielt er nicht auf die sportliche Qualität, sondern auf die Vertragsstruktur. Keine einzulegende Verlängerung vor der EM, kein klares Bekenntnis. „Das ist keine Strategie, das ist Pokern mit offenen Karten“, so Babbel.

Und dann der Fall Thomas Tuchel. Auch hier mischt Eberl kräftig mit. Nach Bild-Informationen soll der Sportvorstand intern für ein baldiges Aus des Trainers plädieren – trotz verbleibender Saisonziele. Babbel: „Wenn du den Trainer jetzt fallen lässt, bevor das Pokal-Viertelfinale ansteht, zeigt das nur eines: du hast den Mutigen verloren.“

Bayern steht am scheideweg

Bayern steht am scheideweg

Die Folgen sind längst spürbar. Sponsoren wie Audi und Deutsche Telekom haben die Verträge auf ein Jahr verkürzt und verlangen sportliche Perspektive. Ein internes Papier, das BILD vorliegt, listet mögliche Einbußen von bis zu 60 Millionen Euro ein, sollte die Champions-League-Teilnahme 2025/26 in Gefahr geraten. Die liegt bei einem vierten Platz – aktuell vier Punkte vor Dortmund, aber mit dem schwersten Restprogramm der Liga.

Babbel zieht den Daumen nach unten. „Eberl ist ein Netzwerker, keine Stratege. Er kann verkaufen, aber er baut nicht auf.“ Das Urteil ist hart, doch es spiegelt die Stimmung wider. In der Kabine soll Kapitän Manuel Neuer laut „Kicker“ signalisiert haben, dass er „Konstanz statt Konzeptwechsel“ bevorzuge. Joshua Kimmich pflichtet bei: „Wir brauchen keine neuen Macher, wir brauchen klare Linien.“

Der Klub schweigt. Eberl selbst ließ am Freitagmittag durch den Pressesprecher ausrichten, er konzentriere sich „voll auf die anstehenden Aufgaben“. Doch die Zeit arbeitet gegen ihn. Die Mitgliederversammlung rückt näher, der Aufsichtsrat tagt am 8. Mai – und die Frage steht nicht mehr, ob Eberl bleibt, sondern wie lange er noch sitzt.

Markus Babbel jedenfalls hat seinen Satz gesagt. Um 01:02 Uhr schaltet sich der Moderator ein, doch der ehemalige Verteidiger hat schon das letzte Wort: „Wenn der FC Bayern wieder ganz oben stehen will, muss er zuerst die eigenen Reihen entrümpeln. Und das fängt ganz oben an.“ Die Uhr zeigt 01:03 Uhr. In München ist längst Tag.