Malen landet frisch in mailand – 70 minuten gespart für den inter-kracher

Donyell Malen lachte zuletzt mit der Uhr. 17 Minuten Länderspiel, 73 Minerte auf der Bank – und prompt fliegt er mit leichten Beinen zurück ins Trigoria-Trainingszentrum. Für Christian Schneider, der den Stürmer seit seinem VfB-Debüt verfolgt, ist klar: dieser Mann könnte die Zündschnur sein, die die Roma am Sonntagabend in San Siro entzündet.

Gasperinis notfalltaktik beginnt beim niederländer

Gasperinis notfalltaktik beginnt beim niederländer

Warum? Weil Malen in zwölf Pflichtspielen schon achtmal traf, Tempo 11,2 km/h Spitzwert im Sprint und eine Erfolgsquote von 0,67 Toren pro 90 Minuten aufweist – Zahlen, die Gian Piero Gasperini in der Nacht nach Ecuador sofort auf sein iPad zog. Koeman hatte den Flügelflitzer nur deshalb so früh rausgenommen, weil Dumfries mit Rot vom Platz flog. Die Folge: Malen reist nicht mit 90-Minuten-Beinen, sondern mit dem hungrigen Blick eines Jokers, der weiß, dass ein Sieg gegen Inter die Roma wieder auf Champions-League-Kurs bringt.

Hinten herausschiebt sich Lorenzo Pellegrini in diese Startelf. Der Captain verzichtete gestern aufs Mannschaftstraining, absolvierte stattdessen einen abgesprochenen Individual-Block – kein Alarmsignal, sondern ein abgestimmtes Load-Management. Pellegrini wird spielen, das versicherte ihm der medizinische Staff am Rande des Kraftzirkels, und er wird die Standards übernehmen, von denen allein fünf in dieser Saison direkt zu Toren führten.

Die dritte Kugel im Revolver heißt Matías Soulé. 40 Tage war der Argentinier verschwunden – Muskelfaserriss – doch seit Montag steckt er wieder in Vollkontakt-Training, 8×40 Meter-Sprints, Abschlussquote 86 %. Gasperini ließ ihn gestern mit einem kurzen Nicken abtreten, das in der Coaches-Sprache bedeutet: Du bist dabei. Soulés Comeback verleiht der Offensive die dribbelstarke Tiefe, die gegen Inters Dreierkette aus de Vrij-Acerbi-Darmian unverzichtbar ist.

Im Mittelfeld wird Nicola Pisilli neben Cristante und Mancini erwartet – drei Spieler, die gestern noch mit einer Privatmaschine der Roma aus der Türkei einflogen. Grund für die Extratour: Länderspielpoker, Termindichte, Regeneration statt Economy-Class. Die Stimmung an Bord war laut Augenzeugen eher „triste“, weil die Nationalmannschafts-Ausflüge ohne Sieg endeten. Doch genau diese Frustration kann sich Gasperini zunutze machen – Wut wird zu Energie, wenn der Referee pfeift.

Ein Sonderlob erhielt Rick Karsdorp alias Celik. Der Niederländer feierte mit der Türkei den WM-Startplatz, spulte 87 Minuten ab und meldete sich ohne Wade-n-Zwicken. Hermoso trainierte ebenfalls ohne Kompressionsbandage, während Vaz nach seiner Knie-OP erstmals wieder mit der Profigruppe absolvierte – Applaus vom Staff, erste Saison minutes wohl erst 2025, aber das Signal zählt: Die Laziale-Infirmarie leert sich.

Fazit: Mailand erwartet eine Roma, die nicht müde redet über Top-Vier, sondern mit frischen Beinen, brandheißen Alternativen und einem Malen, der genau weiß, dass 73 Minuten Ersparnis im Länderspiel heute 90 Minuten Vollgas in der Meisterliga-Schlacht bedeuten können. Die Uhr tickt für Inter – nicht für die Giallorossi.