Mainz 05 schreibt geschichte: erstmals im europacup-viertelfinale
Der 1. FSV Mainz 05 hat die Tür zum europäischen Festsaal endgültig eingetreten. Nach 120 nervenzerfetzenden Minuten gegen Sigma Olmütz steht der Klub erstmals in einem Viertelfinale – und das nicht im DFB-Pokal, sondern im internationalen Parkett. Stefan Posch’ Kopfballtor drei Minuten nach Wiederanpfiff war der Moment, der die 05er endgültig losriss.
Posch’ kopfball reicht – mainz wartet auf den nächsten schritt
Die Tschechen hatten in beiden Spielen die Aufgabe erfüllt, die man ihnen zugemutet hatte: sie machten den Platz klein, störten früh und ließen den Ball kaum rollen. Doch genau das war ihre Grenze. Als Posch in der 48. Minute unbedrängt einköpfte, brach die Ordnung zusammen wie ein Kartenhaus. Mainz spielte danach mit dem Selbstvertrauen eines Teams, das weiß: der Gegner ist müde, wir sind dran.
Nun steht die Frage im Raum: Frankreich oder Kroatien? Straßburg oder Rijeka? Die Antwort kommt am Abend, wenn Racing im eigenen Stadion den 2:1-Vorsprung aus dem Hinspiel verteidigt. 200 Kilometer Luftlinie trennen die beiden Städte – kurze Reise, hohes Risiko. Racing tanzt auf drei Hochzeiten: Ligue 1, Coupe de France, ConferenceLeague. Das kostet Kraft, aber auch Respekt.

Rijeka wartet mit erfahrung, straßburg mit tempo
Die Alternative heißt HNK Rijeka, Triple-Gewinner der Vorsaison, aber in der laufenden Meisterschaft bereits abgeschlagen auf Platz drei. 22 Punkte Rückstand auf Dinamo Zagreb, zwölf auf Hajduk Split – das klingt nach Saison, in der die Europacup-Träume die letzte Rettung sind. Für Mainz wäre das ein anderes Kaliber: kroatische Laufwege, internationale Reife, ein Team, das weiß, wie man Titel gewinnt.
Im Halbfinale wartet dann ein mediterranes Trio: AEK Athen, Samsunspor oder Rayo Vallecano. Die Spanier haben sich mit dem 3:1 in der Türkei die besten Karten erarbeitet. Was auch immer kommt: Mainz hat nichts zu verlieren, nur noch Geschichte zu schreiben.
Die Rheinhessen haben sich in dieser Saison bereits selbst übertroffen. Was folgt, ist kein Bonus mehr – es ist die Belohnung für einen Klub, der gelernt hat, dass harte Arbeit irgendwann in Erlebnisse mündet, die man nicht mehr erklären muss. Die Koffer sind gepackt, die Richtung offen. Nur eins ist sicher: Mainz reist – und wird erwartet.
