Fifa zwingt frauen-teams zu weiblichem co-trainer – schon bei u20-wm in polen
Kein Turnier mehr ohne Frau an der Seitenlinie: Die FIFA schreibt ab sofort eine weibliche Co- oder Cheftrainerin für jedes Frauen-Nationalteam vor. Die Regel gilt für alle Bewerbe von der U17 bis zur WM – und tritt bereits im September bei der U20-Weltmeisterschaft in Polen in Kraft.

Der rat votierte online – die quote kommt sofort
Die Entscheidung fiel am Donnerstagabend in einer Kurzsitzung des FIFA-Rats, die digital abgehalten wurde. 72 Stunden später veröffentlichte der Verband das Regelwerk: Mindestens eine Frau muss im Trainerteam stehen, zusätzlich wird eine weibliche Betreuerin auf der Bank und eine Medizinerin im Staff verlangt. Bisher durften selbst die Top-32 der letzten WM auf 20 reine Männer-Staffs setzen – zwölf Teams wurden von Frauen trainiert, 20 von Männern.
Die Statistik lieferte den Druck. Bei der Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland standen 107 Trainer auf den Bänken – nur 13 davon waren weiblich. Jill Ellis, die als FIFA-Chief-Football-Officer und ehemalige US-Coach das Projekt vorantreibt, nannte die Quote „beschämend für einen Sport, der seit Jahren mit Rekordzahlen bei Zuschauern und Sponsoren wächst“. Ihre Lösung: Verpflichtung statt Empfehlung.
Was bedeutet das konkret für die Nationen? Wer bis zur offiziellen Turnier-Anmeldung keine qualifizierte Trainerin nachweist, fliegt raus. Die FIFA erkennt dabei das Diplom der höchsten nationalen Trainer-Lizenz als Minimum an – ein einfacher Fitness-Coach reicht nicht. Verbandschef Infantino stellte klar: „Wir finanzieren parallel 40 neue Ausbildungsplätze pro Konföderation, aber wir wollen keine Ausreden mehr hören.“
Die Reaktionen sind gemischt. Der deutsche DFB nutzt die Vorgabe, um Martina Voss-Tecklenburg als technische Beraterin zu bestätigen, während kleinere Verbände wie Tansania oder Haiti plötzlich Scouting-Listen öffnen, um geeignete Kandidatinnen zu finden. Kritiker befürchten, dass kurzfristig unerfahrene Trainerinnen aufgestockt werden, nur um das Kästchen zu ticken.
Die FIFA bleibt hart. Erste Verstöße kosten 30 000 Euro, bei wiederholten Turnieren droht der Ausschluss. Die Botschaft ist eindeutig: Wer künftig mit Frauenfußball Geld verdienen will, muss Frauen auch Macht geben. Die U20-WM in Polen wird der erste Stresstest – und gleichzeitig die Bühne für den nächsten Skandal oder den nächsten Durchbruch.