Gicht zwickt, pfeil fliegt: clayton hinkt in dublin auf platz eins

Knöchel geschwollen, Ellbogen geladen – Jonny Clayton schreit lautlos. Die Gicht schlägt ihm auf den linken Fuß, die Premier League auf die Nerven der Verfolger. Vor dem siebten Spieltag in Dublin kapituliert der Waliser nicht, er kontert: „Zum Glück wirft mein Ellbogen die Darts und nicht mein Fuß.“

Clayton schont den fuß, attackiert die spitze

Die Zahlen lügen nicht: 19 Punkte, Rang eins – und das bei einer Krankheit, die selbst Alltagshelden ans Bett fesselt. Letzte Woche in Cardiff humpelte Clayton von der Bühne, schob sich mit der Hand am Geländer die letzten Meter zur Kabine. Tags darauf holte er sich den zweiten Tagessieg. „Das macht das Gehen schwierig“, sagt er im Sport1-Studio, „aber das Treffen leicht.“

Die Medikamente schluckt er täglich, den Schmerz in der Pause zwischen Doppel 16 und Bull. Der linke Knöchel sieht aus wie ein Ballon, der sich weigert zu platzen. Doch Clayton spielt weiter, weil er muss – und weil er kann. Die Gicht schlägt in Wellen zu, heute sei es „viel besser“, der Druck „etwas nachgelassen“. Ein Sieg gegen die eigene Anatomie, zwei Punkte gegen den Rest des Feldes.

Der verfolger heißt littler – und ist 30 jahre jünger

Der verfolger heißt littler – und ist 30 jahre jünger

Hinter ihm lauert Luke Littler, 17 Jahre alt, 16 Punkte stark. Clayton nennt das „Motivation statt Generationenkonflikt“. Er spricht vom Ellbogen, meint den Kopf. „Es kommt, wie es kommt“, sagt er und zielt damit nicht auf Schicksal, sondern auf Taktik. Wer auf der Doppel-20 landet, braucht keine perfekte Fußarbeit, nur einen perfekten Arm.

In Dublin steht er wieder auf der Bühne, das Publikum singt seinen Namen, der Schmerz schrumpft zur Nebenrolle. Clayton weiß: Verliert er, war es die Krankheit. Gewinnt er, war es der Kampf. Beide Geschichten lassen sich verkaufen, nur eine zahlt Punkte. Er wählt die zweite – und holt aus dem Fuß, der nicht will, den Drive, der muss.

Am Ende bleibt die Ironie: Ein Mann, der kaum laufen kann, führt eine Liga an, in der jeder Schritt zählt. Clayton bleibt vorn – und der Gicht entkommt er erst, wenn der letzte Pfeil sitzt.