Lisinski schießt chemie leipzig auf tuchfühlung zum rettenden ufer
Rajk Lisinski traf, Leipzig jubelt – und atmet. Die BSG Chemie schlägt den FSV Luckenwalde mit 1:0, rückt bis auf zwei Punkte an SV Babelsberg heran und bewahrt sich in der Regionalliga-Nordost ein Restchen Luft.
Die szene des tages
34. Minute, Kunze-Sportpark. Stanley Ratifo tankt sich durch, Tittel pariert, doch Lisinski schiebt aus vier Metern die Kugel über die Linie. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch für Abstauber, klinisch und eiskalt – genau die Sorte Treffer, die am Ende den Klassenerhalt bedeuten kann.
Trainer Alexander Schmidt rotierte nach dem 2:2 gegen BFC Preussen auf vier Positionen. Phillipp Wendt, Lisinski, Fynn Seidel und Valon Aliji rückten rein, Tim Hoops, Julian Bell und Cyrill Akono mussten zunächst draußen bleiben. Die Frische wirkte sofort: Chemie presst Luckenwalde früh, erstickt jede Ballstafette und spielt sich binnen Minuten vier Eckstöße zusammen.
Aber der Ball wollte nicht rein. Ratifo scheitert an Tittel (9.), Aliji zögert kurz vor der Pause zu lange. Dreimal Aliji, dreimal Aussetzer – das wird zur Halbzeit in der Kabine laut angesprochen. „Wir machen es uns unnötig schwer“, sagt Schmidt später, „aber die Jungs haben Moral gezeigt.“

Die verpasste vorentscheidung und die letzte szene
Nach dem Seitenwechsel dominiert Chemie erneut, nur die Effizienz fehlt. Aliji trifft Stangen-Außennetz (76.), auf der Gegenseite taucht Jonas Kühn völlig frei vor Keeper Hannes Hahne auf. Der 19-Jährige zieht ab – drüber. Die Kurve jubelt, die Bank atmet tief durch. Schlusspfiff, 1:0, drei Punkte.
Die Tabelle lügt nicht: Chemie steht weiter auf Abstiegsrang 17, hat aber den Anschluss an Babelsberg wieder hergestellt. Noch sieben Spiele, ein Punkt Rückstand. „Wenn wir so weitermachen, haben wir eine echte Chance“, sagt Lisinski, noch ganz in Adrenalin.
Am Sonntag geht’s nach Babelsberg – ein Sechs-Punkte-Spiel im wahrsten Sinne. Dann zeigt sich, ob Lisinskis goldenes Tor tatsächlich der Startschuss zur Rettung war.
