Lakers-dramen vor den playoffs: kann austin reaves das ruder herumreißen?
Los Angeles – Die Playoff-Hoffnungen der Lakers hängen in der Schwebe. Nicht etwa wegen eines Formtiefs, sondern wegen einer Verletzungsplage, die den Kader dezimiert hat. Während Luka Dončić‘ Comeback in der ersten Runde erwartet wird, droht Austin Reaves, ein Schlüsselspieler, die gesamte Serie gegen die Rockets zu verpassen. Ein herber Schlag für die Kalifornier, der nun die Frage aufwirft: Wer soll die fehlenden Punkte kompensieren?
Bruderherz und ehrliche worte
Spencer Reaves, der ältere Bruder von Austin und selbst Guard beim Syntainics MBC in der BBL, lässt wenig auf sich warten. In einem Interview betonte er die Unberechenbarkeit des Sports: „Manchmal läuft es, manchmal eben nicht.“ Er zeigte sich zwar besorgt über das Timing der Ausfälle, versicherte aber auch, dass sein Bruder mit der Situation zurechtkommt. „Für die Lakers ist es wirklich ungünstig“, räumte er ein, „aber Austin ist ein Kämpfer.“
Die Lakers haben in der vergangenen Nacht auf Sonntag (2.30 Uhr) das erste Spiel gegen die Houston Rockets vor sich. Es wird entscheidend sein, wie die Mannschaft die offensiven Ausfälle verkraftet. Denn die Abwesenheit von Dončić und Reaves bedeutet einen immensen Verlust an Scoring-Power. „Es ist schwer, wenn einem plötzlich 60 Punkte pro Spiel verloren gehen“, so Spencer Reaves.

Titelrennen: okc als favorit
Luka Dončić führte die Liga mit durchschnittlich 33,5 Punkten pro Spiel an, während Austin Reaves mit 23,3 Punkten einen neuen persönlichen Bestwert aufstellte. Das Duo harmonierte exzellent, doch sein Bruder ist optimistisch: „Wenn sie die Serie in die Länge ziehen können, haben Austin und Luka noch eine Woche Zeit, um zurückzukehren.“ Er glaubt, dass die Playoffs eine besondere Motivation für die Spieler darstellen, sich nach Verletzungen „ans Limit zu gehen“.
Dennoch sieht Spencer Reaves in Titelverteidiger OKC Thunder den klaren Favoriten. „Der Titel muss über OKC gehen. Sie sind der amtierende Champion und haben immer noch einen starken Kader.“ Auch die MVP-Wahl sieht er bei Shai Gilgeous-Alexander, wobei er sich darüber echauffiert, dass die Debatte um die 65-Spiele-Marke zu viel Raum einnehme. „Ich weiß gar nicht mehr, wer eigentlich zur Verfügung steht.“

Bbl-regeln im blick?
Die Diskussion um die 65-Spiele-Marke in der NBA, die die Teilnahme an 80 Prozent der Spiele voraussetzt, sorgte für viel Aufsehen. „Man hört mehr darüber als über die Spieler selbst“, kritisierte Spencer Reaves. Er schloss jedoch nicht aus, dass ähnliche Regelungen auch in der BBL eingeführt werden könnten. „Angesichts der weniger Spiele hierzulande wäre es einfacher, gesund zu bleiben.“ Eine Verpflichtung von 27 Partien in der BBL könnte eine sinnvolle Lösung sein, insbesondere für die MVP-Kandidaten.
Die Lakers stehen vor einer gewaltigen Herausforderung. Ob sie die Verletzungsplage überwinden und eine Titelchance realisieren können, wird davon abhängen, wie gut sie die Ausfälle kompensieren und wie gut sie die Serie in die Länge ziehen können. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem jeder Punkt zählt.
