Kiel schockt bochum mit 3:2-sensation und entkommt dem relegationsstrudel
Es war die 70. Minute, und gerade hatte Philipp Hofmann das 2:2 erzielt – die Castroper standen, dachten an den Befreiungsschlag. Dann zog Jonas Therkelsen aus 18 Metern ab, der Ball schlug links unten ein, und plötzlich war es wieder dunkel im Aufstiegsjahr der Bochumer. Holstein Kiel gewann am 27. Spieltag 3:2 (2:1) beim VfL Bochum, springt auf Relegationsrang 16 und lässt die Hausherren mit nur vier Punkten Vorsprung auf den Abstiegsplatz zurück.
Skrzybski trifft früh, therkelsen trifft spät
Die Partie begann mit einem Klassiker des Tim-Walter-Fußballs: Steven Skrzybski schaltete nach einem Bochumer Ballverlust um, sprintete halbrechts los und chippte mustergültig auf den mitgelaufenen Kasper Davidsen – Kopfball, 0:1 (8.). Bochum antwortete mit dem ersten von zwei Hofmann-Treffern, doch jedes Mal schlug Kiel zurück. Die Entscheidung fiel, nachdem Matus Bero per Gelb-Roter Karte den VfL in Unterzahl zurückließ. „Wir haben die Effizienz wiedergefunden, die uns fehlte“, sagte Kiels Coach Tim Walter, der nach acht sieglosen Partien endlich wieder jubeln durfte.
Für Bochum war die Niederlage ein Schock, der sich in den Knochen bemerkbar macht. Uwe Rösler hatte vor dem Spiel gefordert, „die beste Leistung der Rückserie“ zu zeigen. Seine Mannschaft dominierte Ballbesitz und Torschüsse (18:9), doch die Kieler trafen dreimal – das ist die harte Mathematik des Abstiegskampfs. „Wir haben alles reingeworfen, aber wenn du drei Gegentore kassierst, wirst du bestraft“, resümierte Rösler sichtlich mitgenommen.

Der abstiegsrechner wird eng
Mit 32 Punkten rutschte Bochum auf Tabellenplatz zwölf, nur vier Zähler trennen die Mannschaft vom Relegationsrang. Kiel kletterte mit 29 Punkten auf Platz 16 und darf wieder nach oben schauen. Die nächsten Aufgaben sind verflixt: Bochum gastiert nach der Länderspielpause beim 1. FC Magdeburg, Kiel empfängt Preußen Münster. Beide Teams wissen: Die Saison entscheidet sich jetzt im Kopf.
Die Zahlen sind gnadenlos. In den letzten sieben Spielen holte Bochum nur fünf Punkte, Kiel hingegen sieben – ein Trend, der sich am Samstag fortsetzte. Die Castroper haben nur noch sieben Partien, um die Kurskorrektur zu schaffen. Für Kiel ist der Druck kaum geringer, doch der Sieg gibt Rückenwind. „Wir haben gezeigt, dass wir auch in schwierigen Momenten Tore machen können. Das kann der entscheidende Schub für die letzten Wochen sein“, sagte Therkelsen nach seinem Traumtreffer.
Am Ende zählte nur das Ergebnis – und das lautet: Kiel lebt, Bochum zittert. Die 2. Bundesliga spielt keine Gnade, und der Relegationsstrudel dreht sich weiter. Wer sich jetzt verhakt, fliegt raus. Die Uhr tickt.