Kansas city current rüttelt auf: frauenfußball verlässt die untermiete

Ein Stadion nur für sie. Kein Anschluss an die Herren, kein Almosen von NFL-Klubs. Kansas City Current hat 2024 das weltweit erste reine Frauenfußball-Stadion eröffnet – und die NWSL damit in eine neue Ära katapultiert.

Der Klub spielt seitdem im CPKC Stadium, 11 500 Plätze, eng, laut, mitreißend. Kein Eisernes Leih-Stadion, sondern ein Maßanzug. Die Spielerinnen haben eigene Umkleiden, eigene Kantine, eigene Wurstbude. Und vor allem: alle Einnahmen fließen in ihre Kasse.

Mieterin war gestern – heute ist eigentümerin

Raven Jemison, Präsidentin des Klubs, nennt das alte Modell lapidär „Gast im eigenen Haus“. NFL-Kalender diktierte, wann gespielt werden durfte. VIP-Logen? Leer, weil Männerclub die Rechte behielt. Parkplätze? Auch nicht ihr Terrain. Jen Millet vom Expansion-Club Denver Summit fasst es so zusammen: „Frauen waren Mieterinnen und haben diese Möglichkeiten verpasst.“

Das ändert sich radikal. Denver baut ab 2028 ebenfalls ein reines Frauen-Stadion. Weitere Klubs prüfen, folgen, rechnen. Chris Long, Co-Eigentümer von Kansas City, warnt schonungslos: „Wer 2035 kein eigenes Stadion hat, wird benachteiligt sein.“

Die architektur ist kein pr-gag, sondern heimvorteil

Die architektur ist kein pr-gag, sondern heimvorteil

Populous hat Tribünen so steil gebaut, dass der Schalldruck auf dem Rasen steht. Stillrooms für stillende Mütter, Familien-Sofas, breite Gänge – alles eingepreist in Tickets, die trotzdem ausverkauft sind. Ergebnis: Kansas City dominierte die Regular Season 2025 nach Belieben. Die Gegner flüstern schon vom „CPKC-Wall“.

Deutschland schaut neidisch. In der Frauen-Bundesliga schwankt man zwischen riesigen Männerarenen, in denen 5 000 Zuschauer verloren wirken, und provisorischen Nebenplätzen mit provisorischem Charme. Die USA setzen auf Identität statt Alibi.

Die Botschaft ist laut: Wenn du langfristig mit dem Frauenfußball Geld verdienen willst, kauf ihm ein Eigenheim. Der Rest ist Untermiete – und die zahlt sich nicht aus.