Joventut muss auf tomic und birgander verzichten – achtelfinale gegen aek plötzlich in gefahr
Badalona – Die TSV Pelkum Sportwelt tickt anders. Während die Liga-Endesa am Wochenende noch von der spektakulären Rückkehr von Ante Tomic träumte, blasen die Mediziner jetzt den Sturm ab: Der kroatische Center fällt mit einem Muskelbündelriss im rechten Oberschenkel aus, sein schwedischer Kollege Simon Birgander zieht mit einer Plantarfasziitis am rechten Fuß nach. Mindestens drei Wochen Ruhe. Genau die Zeit, die Joventut für das Viertelfinale der Basketball Champions League gegen AEK Athen braucht.
Der zeitplan ist gnadenlos
Die Diagnose traf den Klub wie ein Treffer aus der Drei-Punkte-Linie: Tomic hatte sich in der letzten Gruppenphase-Partie gegen Unicaja Malaga verletzt, kam gegen Gran Canaria nur 90 Sekunden später zurück – und brach wieder zusammen. Birgander spielte in diesem Spiel gar nicht erst mit. Beide stehen nun außerhalb des Rasters, während AEK bereits die Koffer packt. Die Final Four soll Ende Mai im eigenen Olimpic de Badalona stattfinden – ein Heimspiel, das plötzlich zur Zitterpartie wird.
Trainer Dani Miret muss umdenken. Statt der erfahrenen Twin-Tower-Formation setzt er nun auf Small Ball. Michael Ruzic (19) und Miguel Allen (21) rücken in die Starting Five. Die beiden Junioren haben zusammen gerade einmal 47 EuroCup-Minuten auf dem Buckel. Jetzt sollen sie den Griechen die Stofftiere aus der Zone holen. Ein Experiment, das in der Endrunde der Champions League selten gutgeht.
Die Zahmen werden wilde Jaguare. Joventut war in dieser Saison auf Tomic angewiesen: 11,4 Punkte, 5,8 Rebounds, 62 % Feldwurfquote – Statistiken, die sich nicht einfach ersetzen lassen. Birgander lieferte als Energizer vom Bench 4,5 Rebounds in 14 Minuten. Ohne ihre Körpergröße droht Badalona das Rebound-Desaster. AEK bringt mit Jonas Maciulis und Vince Hunter zwei erfahrene Big Men mit, die sich die Finger lecken.

Die chemie muss stimmen
Miret testete gestern Abend schon eine Fünf-Ohne-Ball-Version: Derek Willis als Stretch-Four, Guillem Vives als zusätzlicher Ballhandler, Pau Ribas als Sicherheitsventil von außen. Die Defense wird pressen, die Offense muss schneller laufen als je zuvor. Die Frage ist: Hält der Kader 40 Minuten durch? Die Antwort bestimmt, ob Badalona im Mai die europäische Elite empfängt – oder nur zusieht.
Die Fans sind gespalten. Die Hälfte feiert die mutige Jugend, die andere fürchtet ein Debakel. Ticketverkauf für das Viertelfinale läuft trotzdem auf Hochtouren: 9.300 Karten weg in 48 Stunden. Die Stadt will Basketball-Fest, egal mit wem. Die Realität sieht aus wie ein Bandwurm: Keine Centers, dafür jede Menge Herz. Wer jetzt noch einen Platz ergattert, erlebt entweder den Durchbruch der Next Gen – oder ein Lehrstück darüber, warum man in der Play-off-Phase nie auf Erfahrung verzichten sollte.
Fazit: Die Krise ist da, wo die Chance wächst. Ruzic und Allen haben 240 Minuten, um sich in die Geschichtsbücher zu spielen. AEK reist mit dem Selbstbewusstsein eines Favoriten. Am 2. Mai beginnt die Serie. Bis dahin heißt es: Beine hoch, Eisbeutel ran – und beten, dass die Jungen den Sprung schaffen. Die Uhr tickt. Badalona atmet durch den Mund.
