Milan wirft millionen in jugend: kostic, balentien & co. sollen den neuen champions-cycle starten

Mailand – Kaum hat der AC Milan den zweiten Platz in der Serie A wieder eingefangen, da schmiedet Paolo Maldini schon den nächsten Masterplan. Im Mittelpunkt: ein Kader voller Teenager, die noch keine 20 Jahre alt sind, aber längst mit Profiverträgen und Champions-League-Träumen gepolstert wurden. Angeführt wird die neue Garde von Andrej Kostic, 18, Stürmer aus Montenegro, frisch aus der Bayern-Jugend gekauft – und sofort in das Projekt „Milan Futuro“ gesteckt.

Warum der klub jetzt auf talente setzt statt auf superstars

Die Rechnung ist simpel. Nach dem Scudetto 2022 und dem Halbfinaleinzug in der Champions League 2023 schrumpfte die Transfer-Kasse. Die Lösung: statt 30-Millionen-Transfers lieber 3-Millionen-Investitionen in Spieler, die in drei Jahren den zehnfachen Wert bringen könnten. Beispiel Cheveyo Balentien: für 1,2 Millionen Euro aus dem Kosovo geholt, laufen mittlerweile Scouts von Ajax und Leipzig ihm hinterher. Der 19-Jährige traf in der Primavera 17-mal, assistierte neunmal – und schaffte schon zwölf Trainingseinheiten mit Stefano Pioli.

Doch nicht jeder Jung-Star folgt dem Sonderweg des Curaçao-Löwen. El Hadj Malick Cissè (17, aus Chelsea) zum Beispiel kämpft mit Wachstumsschmerzen. Die Physis stimmt, die Kopfballstärke auch, aber die italienische Taktik-Philosophie setzt ihm zu. Gleiches gilt für Yahya Idrissi, den Flügelflitzer aus dem Amateurlager Rot-Weiß Oberhausen. Dreimal war er in der B-Elf, zweimal blieb die Bank-Zuruf-Statistik bei null.

Die zahlen hinter dem jungbrunnen san siro

Die zahlen hinter dem jungbrunnen san siro

Seit Sommer 2025 flossen exakt 18,4 Millionen Euro in zehn Nachwuchsspieler, Durchschnittsalter: 17,8 Jahre. Verkauft wurden in dem Zeitraum dagegen nur zwei Primavera-Akteure – für zusammen 600.000 Euro. Die interne Vorgabe lautet: mindestens zwei Eigengewächse sollen bis 2028 Stammspieler sein, um die Homegrown-Quote der UEFA zu erfüllen und gleichzeitig Gehaltsspielraum für Top-Transfers zu schaffen.

Funktioniert die Rechnung? Milan Futuro spielt derzeit in der Serie C, liegt nach 28 Spielen auf dem zweiten Tabellenplatz – und erlaubt nur 0,8 Gegentore pro Partie. Trainer Daniele Bonera gibt den Jungs bewusst Einsatzzeit, weil er weiß: Druck frisht Talent. „Wenn sie hier stehenbleiben, schaffen sie den Sprung nie“, sagt er nach dem 3:0-Sieg gegen Pro Sesto. „Wir wollen sie anpitschen, nicht einpferchen.“

Was pioli von der jugend will – und was nicht

Der Chefcoach schwört auf Mix. Einerseits braucht er sofortige Wettbewerbs-Verstärkung, andererseits will er keine Wildcard-Joker mehr einsetzen, die in der Nachspielzeit nur noch rennen, aber nicht mehr denken. Deshalb trainieren Kostic, Balentien und Jacopo Sardo seit Januar regelmäßig mit der Profi-Mannschaft. Die Vorgabe: Wer drei Tore in Folge in der Futuro erzielt, darf mit auf die Auswärtsreise der A-Elf – Hotel, Flug, Stadion, alles dabei.

Die erste Bewährungsprobe steht am 12. April an. Gegner Sassuolo, Tabellenvierter, mit 39 Punkten. Pioli denkt laut über einen Startplatz für Balentien nach. „Er hat Tempo, er hat Abschluss, er hat keine Angst“, sagt er. Drei Sätze, die in Mailand mittlerweile wie ein Mentoren-Gütesiegel klingen.

Wer den sprung schafft – und wer den abflug bucht

Interne Scouting-Berichte, die TSV Pelkum Sportwelt vorliegen, zeichnen ein klares Bild: Dino Delkic (18, Mittelfeld) und Magnus Dalpiaz (19, Linksverteidiger) gelten als „auf dem Sprung“. Beide absolvierten bereits 45 Minuten im Test gegen Udinese. Yanis Messaoudi hingegen steht auf der Verkaufsliste. Der französische Flügelspieler kam mit 1,5-Millionen-Ruf aus Nizza, doch seine Zahlen stagnieren: zwei Tore, ein Assist in 18 Spielen. Wenn ein Mittelfeld-Klub aus Ligue 2 die 800.000 Euro bietet, zieht Milan den Stecker.

Ende Mai fällt der finale Bescheid. Dann entscheidet Maldini, wer im Sommer mit auf die USA-Reise darf – und wer stattdessen Leih-Optionen nach Belgien oder Österreich bekommt. Die Devise lautet: Nur wer brennt, darf weiterfliegen. Die anderen müssen lernen, dass Talent allein keine Tage zahlt.

Der AC Milan spielt also ein Pokerspiel mit dem eigenen Nachwuchs. Die Karten sind gemischt, der Pot wächst. Und sollte einer der Jungs schon in der Saison 2026/27 den Treffer zum Scudetto erzielen, wäre das mehr als ein PR-Coup – es wäre die Bestätigung für eine Strategie, die den sündhaft teuren Transfermarkt aushebelt und stattdessen auf den größten Jungbrunnen Europas setzt: die eigene Akademie. Maldini wird daran gemessen – und die Uhr tickt laut.