Oltra stolpert in huesca: zweimal, sieben gegentore – die abstiegsfalle schnappt zu

José Luis Oltra flog nach Huesca, um die Krise zu stoppen. Er landete mitten in ihr – und schaufelt sie tiefer. Zweimal spielte der neue Trainer, zweimal verlor sein Team, kassierte sieben Tore, schoss drei. Die Tabelle lügt nicht: SD Huesca steht vorletzt, fünf Punkte vom rettenden Ufer entfernt, und hat aus den letzten 18 möglichen nur einen geholt.

Der sturz vom almería-debakel zur vernichtenden nacht in granada

Erst Almería (1:3), dann Granada (2:4). Die rote Laterne hängt jetzt im Aragonesen-Lager, nicht beim Gegner. Die Fans, die Oltra mit Applaus empfingen, pfeiften beim Abpfiff in Los Cármenes schon wieder. Die Mannschaft wirkte wie ein zusammengewürfeltes Trainingsspiel, nicht wie eine Mannschaft, die um den Klassenerhalt kämpft.

Oltra hatte in der Kabine 48 Stunden, um Umschaltungen zu erfinden. Drei Tage später steht das erste Endspiel gegen Cultural Leonesa auf dem Programm. Der Gegner wartet seit 15 Partien auf einen Sieg, ist Tabellenletzter – und trotzdem Favorit im El Alcoraz. „Alles andere als ein Dreier wäre ein weiterer Nagel im Sarg“, sagt ein Vereinsinsider, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.

Die woche, die über huescas zukunft entscheidet

Die woche, die über huescas zukunft entscheidet

Mittwoch gegen Cultural, Sonntag bei Las Palmas. Zwischen diesen beiden Spielen liegt weniger Zeit als zwischen Weihnachten und Neujahr. Oltra rotiert, das steht fest. Er muss, denn die bisherige Startelf schenkte den Gegnern Räume wie auf dem leeren Highway. Die Defensive wirkt orientierungslos, das Mittelfeld lauert statt zu pressen, die Sturmreihe trifft nur noch per Standard.

Die Vereinsführung hält die Fassade: „Wir glauben an den Trainer.“ Intern aber ist man sich einig: Fällt Huesca auf Platz 22, wird nicht nur der Coach gehen. Die sportliche Planung, die Millionen-Investitionen der Sommertransferperiode – alles wäre Makulatur. Die Liga ist noch lang, aber die Atempause wird immer kürzer.

Die Fans haben ihre Meinung schon geäußert. In den sozialen Netzwerken kursiert das Hashtag #OltraOut, auf den Rängen wird schon wieder 2019 erinnert, als der Klub dank der Rückrunden-Müdigkeit den Abstieg nicht verhindern konnte. Die Parallelen sind erschreckend: dieselbe Anzahl Punkte nach 17 Spielen, dieselbe Anzahl Gegentore, dieselbe Ratlosigkeit im Trainingslager.

Oltra selbst wirkt in den Pressekonferenzen wie ein Mann, der die Antworten sucht und nur neue Fragen findet. Er spricht von „Umbruch“, von „neuer Mentalität“, aber der Platz spricht eine andere Sprache: die der Fehlpässe, der zweikampflosen Zweikämpfe, der Tore, die wie Lehrbeispiele für defensives Nachlässigkeitsvideo wirken.

Am Mittwoch um 19:00 Uhr schlägt die Stunde der Wahrheit. Gewinnt Huesca, lebt die Hoffnung. Verliert er, rückt der Abstieg in die dritte Liga in greifbare Nähe. Die Uhr tickt. Oltra hat 90 Minuten, um seine erste Sieg-Formel zu finden – oder die erste Absturz-Formel zu verhindern.