Italien raus, bosnien jubelt: die wm 2026 verliert ihren größten k.o.-kandidaten

Es ist die Sensation, die niemand so recht für möglich gehalten hat: Italien, vierfacher Weltmeister, verpasst auch die dritte WM in Folge. Die Squadra Azzurra scheiterte in Sarajewo im Elfmeterschießen an Bosnien-Herzegowina – und löste damit ein Erdbeben aus, das bis nach Rom vibriert.

Die nacht, in der die azzurri endgültig zerbrachen

Die italienische Presse spricht schon vom „Disastro perfetto“. Denn was sich in der Bilino-Polje-Stadion abspielte, war mehr als nur ein Ausscheiden: Es war das Symbol eines Systems, das seit Jahren bröckelt. Nach einer zwischenzeitlichen Führung durch Federico Chiesa schien alles auf Kurs zu sein – doch dann kam die 88. Minute, der Ausgleich, das Chaos, das Elfmeter-Drama. 1:4 vom Punkt, keine einzige Parade von Gianluigi Donnarumma. Die Bosnier? Tränen, Bierduschen, eine ganze Nation tanzte auf den Straßen von Sarajewo.

Für Roberto Mancini war es das Ende einer Ära. Der Coach, der noch 2021 Europameister wurde, stand nach Abpfiff lange regungslos am Spielfeldrand. „Ich kann nicht erklären, was passiert ist“, sagte er leise. „Wir haben alles versucht, aber das Schicksal war gegen uns.“

Bosnien zieht ins wm-fieber ein – und trifft sofort auf kanada

Bosnien zieht ins wm-fieber ein – und trifft sofort auf kanada

Die Drachen sind zurück! Nach 2014 schafft es Bosnien-Herzegowina erneut ins WM-Turnier – und bekommt gleich einen Knaller serviert: Das Eröffnungsspiel in Gruppe B am 12. Juni in Toronto gegen den Mit-Gastgeber Kanada. Dazu kommen noch Schweiz und Katar. Kein leiches Los, aber wer sich gegen Italien durchsetzt, fürchtet auch keinen CONCACAF-Champion.

Parallel dürften auch die Türkei, Tschechien und Schweden aufatmen. Die Türkei siegte in Pristina knapp mit 1:0, Tschechien setzte sich im Elfmeterkrimi gegen Irland durch – und Schweden? Die verwandelten Lewandowskis Polen mit einem 3:2 in Tränen. Alle drei stehen nun in den Gruppen mit Top-Nationen wie Frankreich oder Portugal. Die Lose sind gefallen, das WM-Board beginnt sich zu füllen.

Die große frage: was wird aus italien?

Die große frage: was wird aus italien?

Keine WM 2018. Keine WM 2022. Keine WM 2026. Drei Turniere in Folge – das gab es in der Geschichte der Squadra Azzurra noch nie. Der Ruf nach Franco Foda oder gar Fabio Cannavaro wird lauter. Doch die Probleme liegen tiefer: eine veraltete Jugendarbeit, zu viele Ausländer in der Serie A, ein Generationenwechsel, der nie richtig gelang. Die Fans fragen sich nicht mehr, ob Italien zur WM kommt – sondern, ob es überhaupt noch zur WM gehört.

Die WM 2026 verliert mit Italien ihren vielleicht größten K.o.-Kandidaten – gewinnt aber eine Geschichte, die so irrational ist, dass sie nur der Fußball schreiben kann. Während in Rom die Köpfe hängen, fliegt in Sarajewo der Grb der Bosnier höher denn je. Und irgendwo in Ankara, Prag und Stockholm wird schon trainiert – auf das, was kommen mag. Die WM wird ohne Italien stattfinden. Aber sie wird nicht ohne Drama sein.