Inter-u19 feuert betis mit 5:3: iddrissou und marello schreiben jugend-legenden-status

Stefan Fischer, TSV Pelkum – Manchmal reicht eine einzige Nacht, um sich für immer einzuschreiben. Die U19 von Inter hat in der Youth League so eine Nacht erlebt: 5:3 gegen Betis Sevilla, ein Achtelfinale, das ins Museum gehört. Die Namen der beiden Protagonisten? Jamal Iddrissou und Mattia Marello. Der eine schoss einen Dreierpack, der andere schlenzte eine Freistoß-Granate in den Winkel – und prompt schrie Twitter verrückt: „Thuram und Dimarco in Kurzform“.

Iddrissou ballert, marello zaubert – ein duett wie aus dem lehrbuch

Iddrissou traf vor der Pause doppelt, nach dem Seitenwechsel legte er nach. Drei Schüsse, drei Treffer, keine Gnade. Der 18-Jährige hatte vor Wochen noch gesagt, er schaue Marcus Thuram bei jedem Training wie ein Student die Tafel. Gestern war er selbst der Lehrmeister. 3:0 durch ihn, ehe Betis aufholte und die Mailänder kurz zitterten.

Marello kümmerte sich um die beruhigende Antwort. Linksaußen, linker Fuß, 20 Meter, setzen, fertig. Der Freistoß schlug genau dort ein, wo der Torwart nicht mehr reichte – ein Klon von Federico Dimarcos Standard gegen Dortmund, nur eben mit Akne und Schulranzen. „Ich hab die Mauer beobachtet, den Keeper beobachtet, dann einfach mal getreten“, sagte er nach dem Schlusspfiff, als hätte er gerade nur Zeitlupe gespielt.

5:3-Krimi mit seitenhieb gegen deutsche teams

5:3-Krimi mit seitenhieb gegen deutsche teams

Inter lag 3:0, kassierte den Anschlusstreffer, dann das 3:2, kurz darauf das 3:3. Die Kurve schwankte, die deutschen Fans schauten neidisch: Kein Bundesligist schaffte diesmal das Viertelfinale, dafür nun die Nerazzurri. Matias Mancuso, ebenfalls ein Name fürs Gedächtnis, erzielte das 4:3, Iddrissou besiegelte den Endstand. Fünf Tore, drei deutsche Gegentreffer – ein Abend, der Betis-Coach Alberto Moreno die Haare grau werden ließ.

Die Zahlen sind schon jetzt verrückt: Iddrissou steht bei acht Youth-League-Treffern, Marello lieferte seine vierte Torbeteiligung in fünf Spielen. Beide zusammen erzielten in dieser Saison 13 der 22 Inter-Tore in dem Wettbewerb. Die Tabelle lügt nicht, aber sie erzählt auch nicht die ganze Geschichte.

Von der primavera direkt ins rampenlicht

Das Duo spielt nicht nur in der Jugend; es räumt auch in der Primavera und der Serie C ab. Iddrissou traf dort in den letzten vier Partien fünfmal, Marello stand dreimal in der Startformation der Berretti-Auswahl. Coach Cristian Chivu – ja, der Rumäne von der Champions-League-Siegerelf 2010 – rotiert sie geschickt, damit keiner verbrennt. Gegen Betis durften sie laufen, bis die Lungen brannten.

Scouts aus England und Spanien saßen in der Tribüne, Notizbücher voll mit Telefonnummern. Die Marktwerte? Iddrissou wird auf 1,5 Millionen Euro taxiert, Marello auf 800.000 – Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass Inter Thuram für 65 Millionen aus Mönchengladbach holte. Die Kids kosten nicht einmal die Agentenprovision.

Was jetzt? viertelfinale – und ein name, der durch europa hallt

Am 12. März steht die Auslosung an. Gegner könnte Barcelona, Sporting Lissabon oder Paris sein. Kein Problem, sagt Iddrissou: „Wir haben keine Angst, wir wollen zeigen, dass Inter auch morgen schon stark ist.“ Marello nickt, wischt sich die Haare aus der Stirn: „Wir spielen frei, weil wir nichts zu verlieren haben.“

Die Nacht von Mailand ist Geschichte, aber die Geschichten von Iddrissou und Marello haben erst begonnen. Wenn sie so weitermachen, müssen sich Thuram und Dimarco warm anziehen – denn auf ihrer Position wachsen zwei Jungs heran, die schon jetzt wissen, wie Europas Bühnenbeleuchtung schmeckt. Die Youth League ist ihr Kinderzimmer, aber das Probediktierbuch liegt bereit.