Garlasco: wenn ein mordfall zur seifenoper wird

Alberto Stasi sitzt im Gefängnis. Andrea Sempio wird auf der Straße nach Selfies gefragt. Und irgendwo dazwischen liegt die Erinnerung an Chiara Poggi, die am 13. August 2007 in ihrer Familienvilla in Garlasco, Provinz Pavia, ermordet wurde. Was aus diesem Verbrechen geworden ist, hat mit Justiz nur noch am Rande zu tun.

Der angeklagte als fernsehstar

Der angeklagte als fernsehstar

Sempio, der als Freund von Chiaras Bruder in die Ermittlungen geriet und dessen DNA angeblich unter den Fingernägeln der Toten gefunden wurde, beschreibt in einem Interview mit Fanpage etwas, das man kaum glauben mag: Fremde Menschen folgen ihm durch Rom, tauschen in Chatgruppen seine Bewegungsdaten aus, filmen ihn heimlich mit dem Smartphone. Keine Detektive. Keine Behörden. Ganz normale Menschen, die glauben, am Fall mitzuwirken.

„Die Leute denken, sie nehmen am Fall teil