Hanna öberg pulverisiert oslo: schwedens schrecken holt den finale-sprint
Keine Strafe, keine Zweifel. Hanna Öberg feuerte am Holmenkollen ein perfektes Rennen ab und schickt sich an, die Saison mit dem lautesten Knall zu beenden. 5,3 Sekunden trennten die Schwedin von Italiens Lisa Vittozzi, 20,1 von ihrer Schwester Elvira – ein familiäres Podest, das Skandinavien jubeln lässt.
Deutschland verpennt den letzten alarm
Die deutschen Farben bleiben blass. Vanessa Voigt landete als beste DSV-Läuferin auf Platz 16, musste eine Strafrunde absitzen und kassierte 1:23,8 Minuten Rückstand. Dahinter: nur Frust. Marlene Fichtner verpasste nach ihrem Debüt am Holmenkollen als 42. die Punkteränge, Janina Hettich-Walz wurde 24., Julia Tannheimer 27. und Selina Grotian 34. Keine Deutsche ohne Strafrunde – eine Bilanz, die Bundestrainer Kristina Großmann schlucken muss.
Die Konsequenz: Rang fünf in der Nationenwertung. Finnland und Tschechien schnuppern bereits. Verliert Deutschland diesen Platz, droht im kommenden Winter ein Startplatz weniger. Die Zeiten, in denen der DSV noch souverän die führende Nation war, sind längst Geschichte.

Jeanmonnot kassiert trotz patzer die große kugel
Lou Jeanmonnot schaffte das Kunststück, sich mit zwei Fehlern auf Rang sechs zu retten – und trotzdem den Gesamtweltcup vorzeitig zu sichern. Die Französin profitierte vom schwachen Abschneiden ihrer Verfolgerinnen und kann am Wochenende beruhigt in die Verfolgung und das Massenstartrennen gehen. Die kleine Kristallkugel für die Sprintwertung hatte sie schon zuvor eingepackt.
Die Zahlen liegen auf dem Tisch: Nach 20 Weltcupsprinzen hat die 27-Jährige 2026 erstmals die größte Trophäe geholt. Ein Triumph, der ihre Laufbahn auf eine neue Stufe hebt – und die Konkurrenz vor neue Aufgaben stellt.

Oslo spielt verrückt: schneetiefgangstest bei frühlingstemperaturen
9 Grad Celsius, strahlender Sonnenschein, Schnee, der unter den Ski quietscht: Die Organisatoren drehten die Startreihenfolge um, damit die Top-Starterinnen vor der Mittagshitze ins Ziel kamen. Die Folge: Tempi, die an Skating erinnerten, und Schießen, das über Sieg und Niederlage entschied. Wer traf, flog – wer zögerte, schied früh aus.
Hanna Öberg nutzte die Bedingungen gnadenlos. Kein einziger Fehler, dafür Tempo, das selbst Vittozzi in den roten Zahlen ließ. Die Schwedin feierte ihren fünften Saisonsieg – und den emotional wichtigsten, weil er die Königinnen der letzten Jahre in Oslo zeitweise alt aussehen ließ.
Jetzt folgen Verfolgung und Massenstart. Für Deutschland heißt es: Punkte sammeln, Plätze halten, Gesichter wahren. Die Saison endet am Holmenkollen – und niemand im DSV will dort erklären müssen, warum 2027 nur noch fünf statt sechs Startplätze zur Verfügung stehen.
