Pia hauzenberger erleidet kreuzband- und meniskusriss – traumstart endet mit schock
Zwei Mal Bronze in Narvik, Top-Ten im Europacup – und jetzt dieser Schlag. Pia Hauzenberger liegt seit gestern in Graz auf dem OP-Tisch, ihr vorderes Kreuzband gerissen, der Meniskus ebenfalls. Die 20-jährige Super-G-Hoffnung aus St. Johann-Hansberg wird mindestens neun Monate ausfallen, Saison 24/25 ist gelaufen.
Sturz im zweiten training, diagnose wie ein faustschlag
Saalbach, zweites Abfahrtstraining vor dem Europacup-Finale. Hauzenberger nimmt die Hangette zu schnell, verliert in der Ausfahrt die Innenkante, dreht sich um die eigene Achse. Knie bleibt in der Schneekante stehen, der Körper sackt nach vorn. Schrei, Rettungsfahrzeug, Hubschrauber. Erste Vermutung: Zerrung. MRT um 18 Uhr 43: vorderes Kreuzband durch, Meniskus mittlerer Horntriss.
Für ÖSV-Nachwuchs-Chef Wolfgang Maier die „verdreckteste Diagnose, die man jungen Athleten mitteilen kann“. Hauzenberger selbst postierte nur ein schwarzes Bild, dazu drei Worte: „Pause. Zurück. Stärker.“

Von der junioren-wm direkt in den op-saal
Vor drei Wochen stand sie in Narvik noch zweimal auf dem Podest. Super-G-Bronze hinter den Schweizerinnen, dann Team-Kombi mit Leonie Raich. Dort hatte sie erstmals unter 1:10 im Flachpassagen-Super-G gehalten, was im ÖSV-Stützpunkt Innsbruck intern als „Durchbruch“ gewertet wurde. Europacup-Coach Christian Moser plante bereits Saisonziele: „Top-15 im Gesamt, fixer Weltcup-Einsatz in Zauchensee.“
Jetzt heißt es Kreuzbandplastik, sechs Wochen Vollimmobilisation, danach acht Monate Aufbau. Knorpelschaden wurde laut Ski Austria ausgeschlossen – das ist das einzige Positive in dieser Geschichte.
Die Verletzungshistorie des ÖSV-Damenteams wird damit länger: Katharina Liensberger (Knie), Julia Scheib (Syndesmose), Tamara Tippler (Rücken). Hinzu kommen die Langzeitpausen von Ricarda Haaser und Rosina Schneeberger. Sportdirektor Markus Rodl erklärte gegenüber der APA, man werde „das Belastungsmanagement im Nachwuchs überprüfen, ob wir zu früh zu viel Druck aufbauen“. Die Worte klingen wie ein Eingeständnis.
Hauzenberger selbst will laut Umwelt nicht „in Selbstmitleid versinken“. Sie studiert neben dem Sport Lehramt, ihr Vater arbeitet als Skilehrer in Hinterstoder. Die Familie hat bereits einen Plan: Sommercamp auf dem Bike, dann harte Core-Arbeit. Ziel: Comeback im November 2025 beim Europacup-Auftakt in Zauchensee. Ob das reicht für den Weltcup-Traum? Die Statistik spricht dagegen: Nur 38 Prozent der Athletinnen kehren nach kombinierter Kreuzband-Meniskus-Verletzung auf Vor-Niveau zurück. Hauzenberger war nie eine Statistik-Typin. Sie wird es jetzt werden müssen.
