Deutsche skijägerinnen verpassen podest wieder – kristallkugel jetzt an frankreich
Oslo – Die deutschen Biathletinnen haben auch beim Weltcup-Finale am Holmenkollen das Podest verpasst. Vanessa Voigt wurde als beste DSV-Athletin nur Sechzehnte, die Lücke zur Siegerin Hanna Öberg betrug 1:20 Minuten. Damit steht fest: Erstmals seit 2009 gewinnt eine Französin die große Kugel – Lou Jeanmonnot vorzeitig Weltcup-Gesamtsiegerin.
Die Zahlen sind hart. Fünf Rennen, null Siege. Und jetzt sogar die Kristallkugel weg. Lou Jeanmonnot feierte auf der Tribüne, während die DSV-Damen am Schießstand erneut strauchelten. Julia Tannheimer und Janina Hettich-Walz kassierten je zwei Fehler, Selina Grotian eine. Die Konsequenz: Startpositionen jenseits der Top-20 für die Verfolgung.

Der deutsche winter ohne sternstunde
So klang die Saison noch nie. Kein Einzelsieg, kein Podest seit dem 10. Dezember in Hochfilzen. Dafür aber die erste Kristallkugel für Frankreich seit Sandrine Bailly 2005. Jeanmonnot brauchte nur Platz sechs, um die Rechnung zu machen – und wurde prompt Sechste. Die Schwedin Hanna Öberg hingegen lief wie ein Uhrwerk: null Fehler, 20:20,4 Minuten, Tagessieg. Ihre Schwester Elvira kam mit 20,1 Sekunden Rückstand auf Rang drei, dazwischen die Italienerin Lisa Vittozzi.
Für Deutschland bleibt nur der Trost in der Nationenwertung. Der Vorsprung auf Finnland beträgt 184 Punkte, die Kugel ist so gut wie sicher. Individuell jedoch droht das historische Desaster. Die letzte Chance auf einen Saisonerfolg: fünf Rennen bis Sonntag. Dann heißt es Abschied nehmen vom Holmenkollen – und vielleicht auch von der alten Dominanz.
Am Freitag (16.15 Uhr) geht es mit dem Männer-Sprint weiter, Samstag stehen die Verfolgungen an, Sonntag die Massenstarts. Das ZDF und Eurosport übertragen live. Wer zuvor noch einen deutschen Sieg erleben will, sollte sich beeilen. Die Uhr tickt – und die Kristallkugel ist schon verpackt für Paris.
