Handball-fieber heute: dhb-youngster jagen em-ticket, champions-league-viertelfinale live
Die Ampel steht auf Grün für eine Show am laufenden Band. Während die Machineseeker EHF Champions League die Play-off-Tore aufreißt, fliegt Bundestrainer Markus Gaugisch mit einem komplett frischen Kader nach Skopje – und will gegen Nordmazedonien schon vorzeitig das EM-Ticket stempeln. Dyn und die ARD zeigen beide Plots parallel, damit kein Handball-Herz heute Nachmittag leer läuft.
Deutsche frauen: jung, wild und krankheitsgebeutelt
Die Planung war klar: Erfahrung plus Neugier. Dann rissen Spielerinnen wie Annika Lott und Marlene Tucholke aus, und plötzlich rückte Alina Grijseels doch mit ins Lager. Resultat: ein Baukasten mit nur einer erfahrenen Leitfigur – Kapitänin Antje Döll – und neun Teenagern oder U-23-Talenten. Die beiden Torhüter Marie Weiss (21) und Laura Kuske (24) haben gerade mal 13 Länderspiele zusammen. Dafür aber Hunger, Tempo und den Befehl, Spanien beim Gruppensieg unter Druck zu halten. Anwurf in Skopje: 18.00 Uhr.
Die größte Baustelle: Kreis. Mit Ida Petzold (20) und Aylin Bornhardt (19) reisen zwei Debütantinnen, die in der Liga gerade erst lernen, was es bedeutet, gegen erwachsene Weltmeisterinnen zu blocken. „Wir wollen sehen, wer bei echtem Lärm noch durchatmen kann“, sagte Gaugisch gestern – und meinte damit genau dieses Duell. Ein Sieg, und Deutschland hätte vor dem letzten Spieltag eine Beinbruch-Entscheidung vermieden.

Champions league: zwei play-offs, ein ticket fürs viertelfinale
Ab 18.45 Uhr geht es in der Pick-Szeged-Arena zur Sache: Kielce vs. Szeged – ein Duell, das letzte Saison schon im Finale für Furore sorgte. Der Gewitter zieht dann um 20.45 Uhr nach Nantes weiter, wo GOG Svendborg gegen HBC Nantes die letzte offene Karte für das Final-Four-Rennen zieht. Die Bundesclubs SC Magdeburg und Füchse Berlin warten bereits im Viertelfinale – und dürfen heute nur zuschauen. DAZN verzichtet eigenartigerweise auf eine eigene Konferenz, Dyn übernimmt dank Sublizenz beide Partien in voller Länge.
Für die deutschen Verhältnisse ein Novum: Erstmals seit 2019 stehen zwei Klubs vor dem Viertelfinale, ohne dass sie selbst spielen müssen. Die Frage bleibt: Wer bekommt den Lauf mit? Szeged ist nach dem Abgang von Bence Bánhidi in der Deckung anfällig, Kielce setzt auf Aleksander Dujshebaev und einen fast schon lächerlich tiefen Kader. Wer gewinnt, trifft auf Magdeburg – und darf sich auf Philipp Weber und Mattias Zachrisson gefasst machen.

Österreich vor dem selbst-finale
Parallel zum deutschen Auswärtsspitzenspiel kickt Österreich in Kozani gegen Israel (ORF Sport+, 18.00 Uhr). Die Israelis mussten wegen des Iran-Konflikts ins neutrale Griechenland ausweichen. Ein Sieg plus Punktverlust der Griechen gegen Spanien würde das erste EM-Ticket fixieren – und wäre ein Warnschuss für den DHB, denn Österreich ist die einzige Mannschaft, die Deutschland in der Gruppe noch Paroli bieten kann.
Die Zahlen des Tages: 18 Feldspielerinnen sind heute für den DHB im Einsatz, 2019 waren es bei der letzten EM noch 15. Der Durchschnittsalter sinkt von 26,4 auf 22,7 Jahre. Und die Quote? Deutschland gewann die letzten acht Pflichtspiele gegen Nordmazedonien – mit durchschnittlich plus 9,4 Toren. Doch genau diese Statistik macht das Spiel so raffiniert: Je klarer der Favorit, desto größer die Falle.
Wer heute zappen will, braucht zwei Bildschirme. Dyn liefert deutschen Frauen-Handball, um 18.45 Uhr Champions-League-Höllenlärm aus Szeged. Die ARD entschuldigt sich mit Livestream, nicht mit Live-TV. Und das Erstaunliche: Keine einzige Sendung nennt Handball in der Prime-Time-Vorschau. Dabei könnte gerade heute ein Jugend-Tsunami durch die Nations wandern – und ein ganzes Viertelfinale seine Besetzung finden.
