Gummersbach und münchen liefern sich pokal-krimi: junioren-knaller steht bevor

Am 12. April knallt es in der Schwalbe-Arena: Der VfL Gummersbach empfängt zum Hinspiel des DHB-Pokalfinals der A-Jugend den HT München. Fünf Punkte Vorsprung haben die Jungs vom Bergischen Land in der Nord-Staffel herausgespielt – doch der Rekord aus 18 Spielen (27:9 Punkte, 594:502 Tore) zählt nur noch bis zur ersten Abpfiff-Sirene. Dann beginnt eine neue Rechnung.

München will die serie brechen

HT-Coach Florian Küppers reist mit der Süd-Staffel-Killer-Mentalität an. 630 geschossene Treffer, 29:7 Punkte – das ist kein Zufall, sondern Tempo-Handball auf höchstem Niveau. Die DJK SF Budenheim hat den Münchnern bis zuletzt die Räume verengt, am Ende fehlte nur ein Punkt. „Wir wissen, dass Gummersbach physisch stark ist, aber wir haben die schnelleren Außen“, sagte Küppers nach dem 34:27 gegen Stuttgart. Die Botschaft ist klar: Lauf, Wurf, Sieg.

Die Zahlen der beiden Giganten liegen dicht beieinander. Gummersbach wirft im Schnitt 33,0 Tore pro Partie, München 35,0. Den Unterschied macht die Deckung: Gummersbach kassiert 27,9, München 30,1. Wer also zuerst die 7-6-Deckung öffnet, bekommt die Klinge vorgehalten. Der VfL setzt auf Manndeckung um Rückraum-Kanone Lasse Ludwig (98 Treffer), München antwortet mit Kreisläufer Tim Brauer, der in der Rückrunde 43-mal traf und dabei 62-prozentige Wurfquote lieferte.

Tv bissendorf-holte und sg pforzheim-eutingen als geheimfavoriten gestoppt

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Die Verfolger haben sich selbst aus dem Rennen genommen. Bissendorf-Holte startete mit drei Niederlagen in Serie, Pforzheim patzte in der Rückrunde gegen Rodgau und Coburg. Beide Teams hätten mit einem Sieg in Gummersbach Druck erzeugt, doch die Nervosität kostete sie den Finaleinzug. Die Konsequenz: Gummersbach und München treffen nun aufeinander – und der Pokalsieger darf sich „beste Jugendmannschaft Deutschlands“ nennen.

Das Rückspiel am 19. April entscheidet alles. In der Hölle der MT-Halle in München werden 2.800 Plätze brennen, die U18-Anhangschaften beider Klubs haben bereits 1.200 Tickets reserviert. Die EHF plant, das Spiel als Stream auf EHFTV zu zeigen – ein Novum für ein A-Jugend-Pokalendspiel. Sollte es nach 60 Minuten in der Gesamttore-Bilanz unentschieden stehen, gibt es Golden Goal in der Verlängerung. Kein Pokalwettbewerb in dieser Saison hatte mehr Dramatik.

Die Deutsche Handball Jugend (DHJ) nutzt das Format als Testlauf für künftige Nachwuchs-Final-Four-Turniere. DHB-Vizepräsident Bob Hanning spricht von „einem Ausbildungs-Schaufenster mit Promi-Faktor“. Die beiden besten Teams erhalten Startplätze für die Youth-Handball-League der Saison 2026/27 – ein Ticket, das in diesem Alter mehr wert ist als jede Pokal-Siegerprämie.

Die Bilanz der bisherigen Duelle: 2:0 für München in der Qualifikation 2024. Beide Male mit einem Tor Unterschied. Gummersbach will Revanche, München den ersten Titel nach 2019. Wer am 19. April die Hände über dem Kopf vereint, spaziert nicht nur mit dem Pokal durch die Kabine, sondern auch direkt in die Geschichtsbücher des deutschen Jugendhandballs. Die Uhr tickt. 60 Minuten trennen 40 Spieler vom größten Moment ihrer bisherigen Karriere.