Gensheimer-debakel: kretzschmar schlägt alarm – „wie die faust aufs auge!
Die Entmachtung von Handball-Legende Uwe Gensheimer bei den Rhein-Neckar Löwen sorgt weiterhin für heftige Kontroversen. Nun schaltet sich auch Ex-Sportvorstand Stefan Kretzschmar zu Wort und lässt wenig Gutes über die Entscheidung des Vereins hören – und deutet deutliche Fehler in der Kaderplanung an.

Der scouting-experte: gensheimer als unersetzliche ressource
Kretzschmar, im Gespräch mit Dyn-Format „Kretzsche & Schmiso“, zeigt wenig Verständnis für die Degradierung. „Ganz ehrlich, Uwe Gensheimer ist ein Scouting-Netzwerk. Nichts anderes hat er die letzten Monate und anderthalb Jahre bei den Rhein-Neckar Löwen gemacht“, so der frühere Funktionär. Der Starspieler soll sich fortan um den Aufbau eines Scouting-Netzwerks und die Internationalisierung des Klubs kümmern, während Trainer Maik Machulla vorerst die Verantwortung für die Kaderplanung trägt. Ein Umbruch, der Kretzschmar sichtlich Kopfzerbrechen bereitet.
Doch was wirklich irritiert, ist die offizielle Begründung des Vereins. Der Satz, dass die Entwicklung der Rhein-Neckar Löwen „nicht zufriedenstellend“ sei, findet Kretzschmar unhaltbar. „Da habe ich mich kurz gefragt, wer macht das denn aktuell gerade so viel besser? Und was war denn da jetzt nicht zufriedenstellend in den letzten Jahren für das, was man ist und woher man kommt?“, fragt er rhetorisch. Die Leistungen der getätigten Transfers, insbesondere die von Haukur Thrastarson und Dani Baijens, sowie die Vertragsverlängerungen mit Jannik Kohlbacher und David Späth, sieht Kretzschmar eindeutig als Verdienst von Gensheimer.
„Das hat für mich, was er gemacht hat, wie die Faust aufs Auge gepasst“, betont Kretzschmar, der die Entscheidung des Vereins als einen schweren Fehler einstuft. Dass die Ikone des Vereins so behandelt wird, erscheint ihm nicht nur unlogisch, sondern auch ungerecht. Der ehemalige Sportvorstand ist überzeugt: Gensheimer hat dem Verein mehr gebracht, als ihm nun abverlangt wird.
Die Frage bleibt, ob die Rhein-Neckar Löwen mit dieser Umstrukturierung tatsächlich den gewünschten Erfolg erzielen können. Kretzschmars deutliche Kritik wirft ein Schlaglicht auf die fragwürdige Personalpolitik des Vereins und lässt die Fans bangen, ob die Zukunft des Handball-Bundesliga-Teams weiterhin rosig ist.
