Frauen-bundesliga: rapid rast aufstiegsreif, neulengbach weg – lizenzchaos wirft schatten
Die Lizenz-Keule traf am Mittwoch so hart wie selten: USV Neulengbach, einst unangefochtener Serienmeister, darf 2026/27 nicht mehr in der Frauen-Bundesliga ran – und SVK Wildcats Krottendorf bleibt trotz Tabellenführung in der 2. Liga stecken. Der Gewinner des Tages heißt SK Rapid, der mit einem Bein bereits in der Eliteliga steht.
Insolvenz und fehlende unterlagen bremsten neulengbach und krottendorf aus
Der Liga-Senat 5 um Vorsitzenden Thomas Hofer-Zeni lehnte bei der ersten bundesweiten Lizenzrunde für den Frauenbereich insgesamt zwei Anträge ab. Neulengbach hatte erst vor einer Woche die Eröffnung des Insolvenzverfahrens angekündigt; Krottendorf scheiterte an formalen Kriterien. „Wir haben klare Vorgaben – wirtschaftliche Stabilität und Nachweispflichten gelten für alle“, sagte Hofer-Zeni knapp. Für Rapid, aktuell Zweiter der 2. Bundesliga mit nur einem Punkt Rückstand, öffnet sich dadurch die Tür weit: Gewinnt die Mannschaft von Coach Thomas Zellhofer die restlichen fünf Partien, ist der aufstieg nicht mehr zu nehmen.
Positiv bewertet die Liga, dass sich zehn Klubs erfolgreich lizensierten – darunter neun Erstliga-Anwärter und eben Rapid. International geht es für sechs Teams weiter: Austria Wien, SKN St. Pölten, Sturm Graz, Red Bull Salzburg, Altach und Vienna dürfen sich auf UEFA-Wettbewerbe vorbereiten. Damit zieht Österreich erstmals einheitliche Qualitätsstandards durch, wie sie bei den Männern längst üblich sind.

Rapid nutzt die gunst der stunde – und will geschichte schreiben
Grün-weiße Euphorie nach dem 4:0-Erfolg über Hartberg: Die Rapidlerinnen feierten nicht nur drei Punkte, sondern auch die Lizenz-Zusage. „Wir haben 18 Monate hart an Struktur und Nachwuchs gearbeitet, jetzt liegt es an uns“, sagt Kapitänin Julia Kofler. Das Restprogramm liest sich machbar: Auswärts bei Dornbirn, Heimspiele gegen den FAC und Wacker Innsbruck – dann Derby bei Austria Wien. Theoretisch könnte der aufstieg schon am 30. Spieltag perfekt sein, sollte Krottendorf weitere Punkte lassen.
Der USV Neulengbach indes schaut in die Röhre. Nach sieben Jahren ohne Titel droht nun der Absturz in die Regionalliga. Die Spielerinnen wurden am Donnerstagvormittag informiert, einige bereits auf der Suche nach neuen Vereinen. „Wir sind geschockt, aber nicht überrascht“, erklärt Torjägerin Nadine Novotny auf Instagram. „Die Verantwortlichen haben zugelassen, dass es so weit kommt.“
Die Bundesliga-Saison 2026/27 startet am 7. August – ohne traditionsreichen Neulengbach, dafür womöglich mit einem neuen Aufsteiger aus Hütteldorf. Die Qualifikation für internationale Startplätze verspricht zusätzliche Spannung: Salzburg will nach dem Viertelfinal-Einzug im UEFA-Cup erneut angreifen, St. Pölten träumt vom Champions-League-Achtelfinale. Die Liga wächst – und Rapid will mittendrin sein.
