Touré glänzt, fordert mehr von sich selbst: transferhammer droht!

Die TSG Hoffenheim trennte sich am Samstag in einem packenden Spiel mit 3:3 vom VfB Stuttgart, und einmal mehr war Bazoumana Touré der unbändige Wirbelwind auf dem linken Flügel. Doch der junge Ivorer ist selbstkritisch: Sein Tor, ein echter Glückstreffer mit dem schwächeren Fuß, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass er an seiner Abschlussstärke arbeiten muss. Ein Signal an die großen Clubs, die bereits Schlange stehen?

Tourés doppelter und die frage nach der konstanz

Touré bewies einmal mehr seine Vielseitigkeit, indem er nicht nur mit brillanten Vorlagen glänzte – Andrej Kramaric und Tim Lemperle stehen ihm dabei dankbar verpflichtet – sondern auch selbst traf. Sein Tor zum 2:1 war ein echter Pfundskerl: Der Ball zischte an zahlreichen Beinen vorbei und landete unhaltbar im langen Eck. Allerdings, gemessen an den zahlreichen hochkarätigen Torchancen, die sich Touré in dieser Saison boten, ist seine Quote vor dem Tor noch ausbaufähig. „Vor allem an meinem Abschluss muss ich noch arbeiten“, gestand der 20-Jährige im Vereinsmagazin „Spielfeld“. „Ich habe zwar schon einige Tore vorbereitet, bin aber noch zu selten selbst Torschütze.“

Die TSG Hoffenheim weiß, dass sie mit Touré ein Juwel im Kader haben. Der Marktwert des Ivorers wird aktuell auf 35 Millionen Euro taxiert, und man munkelt bereits von einer Transfersumme jenseits der 40-Millionen-Grenze, sollte er im Sommer wechseln. Sein Vertrag läuft bis 2029 und beinhaltet keine Ausstiegsklausel, was die Verhandlungsposition der TSG zusätzlich stärkt.

Der weg zum bundesliga-topvorbereiter und die wm-bühne

Der weg zum bundesliga-topvorbereiter und die wm-bühne

Touré hat sich in dieser Saison zu einem ungemein wichtigen Faktor in Hoffenheims Offensivspiel entwickelt. Mit zwölf Assists steht er auf dem vierten Platz der Bundesliga-Torjägerliste. Er arbeitet hart an seiner Entscheidungsfindung im letzten Drittel und hat gelernt, in den entscheidenden Momenten kühler zu agieren. „Ich habe vor allem sehr viel gearbeitet, auch individuell. Der Trainer hat mir klar gesagt, wo ich mich verbessern kann, und ich habe versucht, das konsequent umzusetzen“, so Touré. Sein unglaubliches Tempo, das auf über 37 km/h in seiner Zeit in Schweden gemessen wurde – in Hoffenheim „nur“ noch 35,98 km/h, aber immer noch beeindruckend – macht ihn zu einem unberechenbaren Faktor für die gegnerische Abwehr.

Und dann winkt noch die Weltmeisterschaft in Katar. Als Nationalspieler der Elfenbeinküste könnte Touré auf der größten Bühne überhaupt glänzen. Das Duell gegen Deutschland, bei dem er vermutlich Seite an Seite mit seinem Leipziger Teamkollegen Yan Diomande die Flügel beherrschen wird, verspricht ein spannendes Kapitel zu werden. Oliver Baumann, der Hoffenheimer Kapitän, könnte sich im gegnerischen Tor befinden. Die Weltmeisterschaft bietet Touré eine weitere Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen und seinen Marktwert weiter in die Höhe zu treiben. Die Zeichen stehen auf Abschied – und auf einen Transfer, der die Bundesliga-Gerüchteküche zum Kochen bringt.

Die TSG Hoffenheim hat es geschafft, ein Ausnahmetalent zu entwickeln, dessen Zukunft in den Händen der großen europäischen Clubs liegen könnte. Ob Touré noch in Hoffenheim bleibt oder in Richtung Premier League abwandert, wird die kommende Transferperiode zeigen. Fest steht: Bazoumana Touré ist ein Name, den man sich merken sollte.