Elmas trifft nach 217 tagen – napoli fliegt mit turm-politano über sassuolo

217 Tage hat es gedauert, bis Eljif Elmas wieder jubelte. Der mazedonische Mittelfeldspieler könnte sein Tor gegen Sassuolo in einen Zeitungsausschnitt gießen: 2:0 für Napoli, 63. Minute, Linksschuss aus 14 Metern. Der Ball schlug links unten ein, Sassuolo blieb liegen, die Partie war gelaufen.

Politano wächst über sich hinaus

Politano wächst über sich hinaus

Matteo Politano ist mit 1,72 Metern der Kleinste im Kader, aber in der 74. Minute stand er am höchsten. Er schraubte sich in den Himmel, köpfte die Ecke von Piotr Zielinski zum 2:0. Die Kurve feierte einen Mann, der eigentlich nie Kopfballtore schießt. „Ich habe nur geschaut, wo der Ball runterkommt“, sagte er später. Die Zahlen sprechen: erster Kopfballtreffer seit 2019, drittes Saisontor insgesamt.

Bei Nikola Vlasic lief es nur halb. Der Zagreb-Leihgutspieler schaltete sich immer wieder ein, suchte Lücken, fand aber kein Finish. Drei Torschüsfe, keiner auf das Tor. Dennoch: mit einem Mann mehr auf dem Feld wurde er zur Zündschnuppe, die fast zündete. Spalletti wechselte ihn in der 80. Minute aus, das Publikum klatschte – mehr Anerkennung als Kritik.

Der Sieg bringt Napoli auf 68 Punkte und eine theoretische Meisterschaftsreserve von acht Zählern vor Lazio. Sassuolo bleibt bei 33 Punkten und muss nach unten schauen: Cremonese und Sampdoria sind nur noch zwei Siege entfernt. Die Restprogramme: Sassuolo trifft auf Atalanta und Inter, während Cremonese mit Empoli und Lecce machbare Gegner bekommt.

Elmas’ Treffer war nicht nur eine persönliche Erlösung, sondern auch ein strategisches Signal. Seit seinem Kreuzbandriss im Oktober 2022 hatte Spalletti den 24-Jährigen behutsam wieder aufgebaut. Gegen Sassuolo durfte er von Beginn an ran – und lieferte. Drei Ballgewinne im Mittelfeld, 87 % Passquote, ein Tor. Daten, die den Trainer lächeln lassen.

In der Kabine angekommen, bekam Politano eine Mini-Turm-Krone aufgesetzt. Die Mannschaft lachte, die Stimmung ist ein Spiegelbild der Tabelle: locker, aber fokussiert. Mit acht Spielen bis Saisonende reicht Napoli theoretisch vier Siege zur zweiten Meisterschaft in der Klubgeschichte. Die Fans zählen schon runter, doch im Training bleibt jeder Befehl laut Spalletti: „Noch nicht feiern, noch nicht denken.“

Am kommenden Sonntag geht’s nach Turin zu Juventus. Ein Sieg dort würde die Meisterschaftsdecke endgültig zuknöpfen. Elmas will nachlegen, Politano will einen weiteren Turm bauen – und Vlasic? Der will endlich treffen. Die Serie A spielt weiter, aber die Wolken über Neapel lichten sich sichtbar.