Hoeneß spricht offen: angst vor dem tod und sein vermächtnis beim fc bayern
München – Uli Hoeneß, die prägende Figur des FC Bayern, hat in einem seltenen Moment der Emotionalität seine Furcht vor Krankheit und Tod offenbart. Anlässlich seines bevorstehenden 75. Geburtstages im Januar 2027 blickt der Ehrenpräsident mit einem „bisschen Angst“ in die Zukunft.
Die zunehmende vergänglichkeit im umfeld
„Ich war immer jemand, der positiv war“, gestand Hoeneß im Gespräch mit DAZN, doch die Realität des Alterns holt ihn ein. Der Verlust von Freunden und Fahrern, die schwere Erkrankungen im engeren Kreis – all das lässt ihn nicht unberührt. „Das belastet mich schon sehr“, so Hoeneß ehrlich. Früher sei ihm der Gedanke an den eigenen Tod fremd gewesen, doch die ständige Konfrontation mit Verlusten hat ihn verändert. „Meine Frau und ich stellen fest, dass wir inzwischen viel öfter darüber sprechen – wieder ist jemand gestorben, wieder gehen wir auf eine Beerdigung.“
Der Tod seines Fahrers traf ihn besonders hart, eine Erfahrung, die ihn tief bewegt hat. Er thematisierte die zunehmende Vergänglichkeit und den Verlust von Menschen, die ihm wichtig waren. Diese Ereignisse lassen ihn auch über sein eigenes Vermächtnis nachdenken, obwohl er betont, bei aller Bescheidenheit seine Verdienste um den FC Bayern zu kennen.

Familie fc bayern: mehr als nur ein verein
Für Hoeneß steht der FC Bayern über allem – als eine „Familie“. Er legt großen Wert darauf, dass ehemalige Spieler stets willkommen sind und niemals für eine Karte für ein Bundesligaspiel bezahlen müssen. „Die Altstars trage ich auf Händen – bis zum letzten Atemzug“, erklärte er mit Nachdruck. Diese Fürsorge für ehemalige Spieler unterstreicht seine tiefe Verbundenheit mit dem Verein.
Obwohl er seinen Posten im Aufsichtsrat bald abgeben möchte – „Wenn jemand morgen käme im Klub und sagt: ‚Jetzt wird es langsam Zeit.‘ Da bin ich der Erste, der sagt, das war’s“ – hält er fest, dass der Verein derzeit nicht auf jemanden wie seinen Kollegen Karl-Heinz Rummenigge verzichten kann. Die Übergabe des Staffelstabs sieht er in den nächsten drei oder vier Jahren vor sich, wobei er betont, dass „das Gefühl“ entscheidend sei. „Ich habe dabei überhaupt keinen festen Zeitplan.“
Der Verein befinde sich derzeit in einem Wandel, der in die richtige Richtung gehe. Wenn jüngere Kräfte, „sagen wir um die 40“, das Ruder übernehmen, könne er sich „ganz entspannt auf der Tribüne zurücklehnen und das Spektakel genießen“ – ein Versprechen, das die Zukunft des FC Bayern unter seiner Ägide in den Blick nimmt. Der FC Bayern bleibt somit ein Lebenswerk, geprägt von Leidenschaft, Verantwortung und dem unerschütterlichen Glauben an die Familie des Vereins.
