Elf medaillen, nur eine gold: zwischenfazit der deutschen paralympionälen klingt wie ein weckruf

Die Hälfte der Wettkämpfe ist rum, das deutsche Team liegt im Medaillenspiegel auf Rang 13 – und trotzdem spricht Marc Möllmann von „auf Kurs“. Elf Podestplätze, verteilt auf sieben Athleten in drei Sportarten, klingen nach Breite, aber auch nach Mangel an Spitze. Nur eine Goldmedaille, eingefahren von Anna-Lena Forster am ersten Tag, ziert das Konto. Das ist der schwächste Auftakt seit Geilo 1980, als es ebenfalls nur drei Goldstücke gab.

Möllmann sieht trotzdem licht – und viel schatten

Möllmann sieht trotzdem licht – und viel schatten

Der Chef de Mission betont, man liege hinter China und USA „nur“ zurück, was die Gesamtzahl der Medaillen angehe. Das klingt nach Statistik-Trick: Die Breite stimmt, die Spitze fehlt. „Das Hundertstel- und Sekundenglück hat gefehlt“, sagt er. Für die Betroffenen heißt das: Silber statt Gold, vierte statt dritter Platz. Die Leistungsdichte im Para-Sport explodiert von Spiel zu Spiel. Wer heute nicht professionalisiert, morgen morgen schon wieder hinterherhinken.

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) kündigt an, den eingeschlagenen Weg der Professionalisierung „konsequent fortzusetzen“. Das klingt nach mehr Geld, mehr Wissenschaft, mehr Daten. Die Athleten brauchen aber auch mehr Rückendeckung, wenn die Nase vorne ist und der Zielbogen doch nur Millimeter versetzt. Die Enttäuschung sitzt tief, selbst wenn man offiziell „tendentiell positiv“ bilanziert.

Die verbleibenden vier Wettkampftage werden zeigen, ob die deutsche Truppe noch die geforderten „Ausrufezeichen“ setzt. Sonst bleibt ein Winter, in der Breite solide, in der Spitze ein Lehrstück – mit Peking 2022 als Mahnmal. Die Devise lautet: Professionalisierung oder Abstieg. Die Uhr tickt lauter als je zuvor.