Laimer sticht aus, bayern zögert: der vertrag tickt
Konrad Laimer trifft, sprintet, gräbt – und weiß selbst nicht, ob er 2027 noch rot trägt. Nach dem 4:1 gegen Gladbach schraubte er seine persönliche Bestmarke auf drei Liga-Tore, obwohl er gar nicht mehr als Sechser aufläuft, sondern als Rechtsverteidiger. Die Botschaft: Er ist Bayern-Format. Die Gegenbotschaft: Die Vertragsgespräche ruhen, wie Max Eberl am Montag auf dem Flug nach Bergamo bestätigte.
Die zahlen, die laimers marktwert befeuern
20 Bundesliga-Spiele, sieben Scorerpunkte, 2,76 im kicker-Schnitt. In der Champions League legte er vier Vorlagen auf sechs Einsätze. Kein anderer Defensivspieler der Bayern kommt an seiner Kombination aus Balleroberungen (52) und Vorstößen (112) heran. Michael Olise nennt ihn „Motor, weil er mir die Bahn freipustet“. Vincent Kompany lobt ihn als „Multi-Tool, das in keinem Taktikplan fehlen darf“. Die ironie: Je besser Laimer wird, desto teurer wird er für den eigenen Klub.
Denn die Münchener Haushälter wollen das Gehaltsgefüge entschlacken. Laimer, 2027 bereits 30, fordert nach kicker-Informationen eine deutliche Gehaltserhöhung plus laufzeit bis 2029. Bayern sagte zunächst nein – ähnlich wie zuvor bei Leroy Sané, der nach einem Nein seine Forderungen senkte und doch unterschrieb. Eberl betont, „das ist ohne Groll“, doch hinter den Kulissen wissen alle: Tickt die Uhr weiter, steigt der Preis.

Was passiert, wenn kein kompromiss fällt?
2026 wäre Laimer, dann 29, ein heißes Transferobjekt. Klubs aus England und Spanien haben bereits angeklopft. Intern verweist der Verein auf die Konkurrenz durch Noussair Mazraoui (wenn er bleibt) und Josip Stanišić (wenn er zurückkommt). Doch beide kombinieren nicht das Tempo mit der Ballsicherheit, die Laimers Markenzeichen ist. Ein Abgang würde eine Lücke reißen, die teurer zu füllen ist als ein Zusatzgehalt.
Laimer selbst schweigt zu den Zahlen. Nach dem Gladbach-Spiel sagte er nur: „Ich bin fit, ich bin happy – und ich bin hier, um Titel zu holen.“ Die Botschaft klingt wie eine Kampfansage, aber auch wie eine Erinnerung: Solange kein Papier liegt, bleibt alles offen. Die Bayern reisen mit ihm nach Bergamo, wo seine Sprint-Rekorde Atalantas Flügel stoppen sollen. Danach tickt die Verhandlungsuhr weiter – Minute für Minute, Tor für Tor.
