Deutschland zahlt 50 millionen für olympia-träume – bevor das ioc überhauft zuschlägt

München, Hamburg, Berlin und ein 17-Städte-Verbund aus dem Rheinland pumpen schon jetzt 50 Millionen Euro in Bewerbungsbroschüren, Bürgerbeteiligungen und PR-Events – für Spiele, die frühestens 2036 stattfinden und deren internationaler Wettbewerb noch gar nicht offiziell läuft.

Der nationale showdown vor dem echten kampf

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) will im Herbst 2026 den Kandidaten küren, der dann offiziell für 2036, 2040 oder 2044 ins internationale Rennen geht. Bis dahin erlauben die neuen IOC-Regeln („New Norm“) nur eine Stadt pro Land. Das zwingt die Standorte, sich gegenseitig zu schlagen – statt gemeinsam Infrastruktur zu modernisieren.

Die Rechnung: Hamburg plant 18 Millionen, „KölnRheinRuhr“ 17 Millionen, München 7,7 Millionen und Berlin 6 Millionen Euro. Dazu kommen kleinere Beträge für Kiel und Rostock-Warnemünde, die sich als Wasserzentren anbinden wollen. Zahltag ist jetzt, Nutzen folgt möglicherweise nie.

Ein nein wäre teurer als ein ja

Ein nein wäre teurer als ein ja

Die Kommunen hoffen auf den Multiplikator Olympia: Milliarden aus dem Bundeshaushalt, neue U-Bahn-Linien, sanierte Sportstuben. Berlin rechnet offen mit „Investitionen in Milliardenhöhe“, sollten die Ringe tatsächlich an die Spree kommen. Doch das Versprechen hat einen Haken: Die Zuschüsse gibt es erst, wenn das IOC 2027 den Zuschlag erteilt – und selbst dann steht der Bund noch nicht in der Pflicht.

Währenddessen verrottet der Breitensport. Der Landessportbund NRW beziffert den Sanierungsstau allein in seinem Bundesland auf 3,5 Milliarden Euro. Roland Schüler, Initiator von „NOlympia Colonia“, spürt das im Kölner Nordstadt-Gymnasium: „Acht Mannschaften teilen sich ein Feld, während nebenan der Sportplatz für Jahre zugemüllt wird.“ Die 2,5 Millionen Euro, die Köln für die Bewerbung ausgibt, hätten 40 neue Kunstrasen finanzieren können.

Der internationale wettbewerb wartet schon

Der internationale wettbewerb wartet schon

Sollte Deutschland scheitern, bliebe nicht nur ein nationales Fiasko, sondern auch ein leeres Konto. Denn die 50 Millionen sind laut DOSB „nicht erstattungsfähig“. Die Kosten liegen also bei den Städten – egal ob IOC-Ja oder IOC-Nein. Die verbleibende Hoffnung: Ein deutscher Sieger im Herbst 2026, der dann im globalen Rennen gegen Brisbane, Istanbul oder Doha antritt und sich die versprochenen Milliarden tatsächlich sichert.

Bis dahin pumpen deutsche Steuerzahler Geld in ein Spiel, bei dem nur eine Stadt gewinnen kann – und drei auf jeden Fall verlieren werden.