Medvedevs koffer-drama: flop nach indian wells jetzt auch in miami

Ein Final-Remix liegt noch in den Knochen, da schlägt schon das nächste Reisechaos zu. Daniil Medvedev landete am Dienstag in Miami – seine Taschen nicht. Der Russe outete sich auf X als leidender Hauptdarsteller eines Gepäckthrillers, der selbst erfahrenen Tour-Veteranen die Haare zu Berge stehen lässt.

„Ich brauche ein bisschen Hilfe“, schrieb der 30-Jährige und adressierte direkt United Airlines. „Geflogen von PSP nach Florida, kein einziges Stück Gepäck angekommen. Ich brauche die Sachen, um bei den Miami Open anzutreten.“ Ein zwinkerndes Emoji verrät: Medvedev weiß, dass seine Follower mitfiebern. Was niemand wusste: Auch die Trolleys seines Teams waren spurlos verschwunden.

Chaos-kette beginnt in dubai

Die Geschichte reiht sich ein in eine Serie von Reisepleiten, die Mitte März mit dem Iran-Konflikt losgetreten wurde. Wegen Flugverbotszonen saß Medvedev tagelang in Dubai fest, organisierte sich über Nacht ein Sonderflugzeug nach Indian Wells – und spielte sich prompt bis ins Endspiel. Dort rächten sich die Strapazen kaum: Zwei Tie-Breaks gegen Jannik Sinner, 6:7, 6:7, aber ein Ranking-Sprung zurück in die Top Ten.

Dennoch: Wer nach Kalifornien mit Zwangspause und Privatjet fliegt, darf erwarten, dass wenigstens der Koffer die Kurve kriegt. Miami konterte mit einem Paukenschlag. Kein Bälle, keine Bandagen, keine Lieblingssocken – ein Profi ohne Ausrüstung ist ein Rennfahrer ohne Reifen.

United liefert, medvedev lacht

United liefert, medvedev lacht

Die Twitter-Leinwand hatte sich noch nicht abgekühlt, da kam die All-clear-Meldung. „Update: Koffer da. Danke, United“, postete Medvedev – knapp, locker, als hätte jemand nur ein Eis vergessen. Die Airline lieferte innert 24 Stunden, das Teammaterial tauchte auf, die Krise war ein Tweet.

Doch die Frage bleibt: Wie lange hält ein Körper durch, der zwischen geopolitischem Krisengebiet und Grand-Prix-Raserei pendelt? Am Mittwoch erhält Medvedev in Miami ein Freilos, ehe er entweder auf Aleksandar Kovacevic oder den japanischen Wildcard-Jungen Rei Sakamoto trifft. Keine Killer-Partie, aber genug, um Schlacken aus den Beinen zu bekommen.

Die Zahlen sprechen für sich: Seit dem Australian-Open-Viertelfinale hat Medvedev 18 Matches in sieben Wochen absolviert – drei Kontinente, zwei Finale, ein Kofferchaos. Wenn die US-Open-Champion von 2021 diesen Tross an Pech nur halb so gut abschüttelt wie seine Konkurrenten die Bälle, dann kann Miami durchaus der Turnier werden, in dem er den nächsten Titel einpackt. Und vielleicht kauft er sich einfach einen zweiten Satz Kleidung – nur für den Fall, dass das nächste Flugzeug mal wieder ohne Gepäck landet.