Deutschland patzt erneut: paralympics-traum droht zu platzen
Die deutsche Sledge-Nationalmannschaft kassierte beim 2:13 gegen Italien die dritte Niederlage in Serie – und die erste, die nicht zweistellig war. Das ist das bittere Positiv. Die Negativserie geht weiter, das Tor des 19-jährigen Jano Bußmann rettete nur die Ehre.

Die wende blieb aus, der kreisel im kopf auch
4873 Zuschauer in der Mailänder Arena Santagiulia sahen ein anderes Spiel als zuvor. Kein Debakel, kein Klatschen – aber wieder kein Punkt. Bundestrainer Peter Willmann sprach vom ersten „richtigen Hockeyspiel“ des Turniers, doch am Ende stand dieselbe Leere: 1:2, Gruppenletzter, Sieglos. Die Mannschaft, die sich für Mailand nach 20 Jahren Paralympics-Absenz qualifizierte, steht vor dem Aus.
Die Italiener drehten die Partie in 60 Sekunden. Nach Bußmanns frühem Führungstreffer zum 3. Spielminute schlugen sie postwendend zurück. Die deutsche Defensive wirkte wie gelähmt, der Angriff fand keine Antwort. In den letzten zehn Minuten warf Willmann alles nach vorne, doch italienische Goalie Andrea Macrì ließ nichts mehr passieren.
Am Donnerstag um 14:35 Uhr geht es gegen die Slowakei. Das ist das Finale auf der Rückseite des Turniers. Gewinnen die Jungs um Fahnenträger Jörg Wedde, spielen sie um Platz fünf – das Minimalziel. Verlieren, und die Rückkehr nach Turin 2006 bleibt die letzte Paralympics-Mission der deutschen Sledge-Cracks. Die Druckampel steht auf Rot.
Die Bilanz nach drei Spielen: 1:27 Tore, 0 Punkte, ein Traum, der sich in Echtzeit auflöst. Der Sport verbindet – aber manchmal auch enttäuscht.
