Tsg hoffenheim wählt neuen präsidenten: dreikampf um den ruhepol im kraichgau
1.500 Mitglieder, eine Arena, null Planstellen: Die TSG Hoffenheit bestellt morgen Abend in der Sinsheimer Arena einen neuen Vereinschef, weil der alte nach 14 Monaten krankheitsbedingt abdankte und seine Interimsspürhilfe sich im Machtgerangel selbst abschoss. Drei Kandidaten, eine Entscheidung – und dahinter die Frage, ob endlich wieder Schluss ist mit dem Dauerkrisenmodus, den Dietmar Hopps Rückgabe seiner Stimmenmehrheit an den e.V. entfacht hat.
Uwe heiss, florian beil, andré kreuzwieser: wer wird das ruder übernehmen?
Uwe Heiss ist 66, Diplom-Ingenieur, seit 25 Jahren dabei und trainiert die dritte Frauenmannschaft – ein Verbandsliga-Urgestein, das sich seine Sporen im Breitensport verdient hat. Florian Beil bringt Profi-Erfahrung mit: 37, studierter Sportmanager, Ex-Profi bei Hannover 96 und Magdeburg, heute verantwortlich für die U14 bis U19 in der TSG-Akademie. André Kreuzwieser ist Software-Unternehmer, 45, 40 Jahre Mitglied, durch und durch „Hoffemer“, der seine Fußballerkarriere in der Verbandsliga verbracht hat. Drei Biografien, eine gemeinsame Mission: den Verein beruhigen.
Die Wahl findet unter außergewöhnlichen Bedingungen statt. Nach dem Rücktritt von Jörg Albrecht im November übernahm Christoph Henssler, musste aber nach dem Shitstorm um Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker am 9. Februar ebenfalls zurücktreten. Albrecht kehrte kurzfristig zusammen mit Frank Engelhardt ins Amt, um die Geschäftsfähigkeit zu wahren. Juristisch korrekt, menschlich ein Flickenteppich.

Rekordbeteiligung erwartet – und gleich sieben bewerber für den zweiten vorsitz
Die 1.500 angemeldeten Mitglieder verdoppeln die Teilnehmerzahl der Vorwahl im September 2024. Parallel zum Präsidenten wird auch ein neuer zweiter Vorsitzender gewählt – sieben Kandidaten stehen bereit, um die Lücke nach Hensslers Abgang zu schließen. Die TSG erlebt ihr höchstes demokratisches Aufgebot seit der Gründung der Mitgliedergesellschaft.
Die Spannung ist greifbar, denn das Präsidium gewinnt seit Hopps Stimmenrückgabe an Macht. Wer den Vorsitz übernimmt, bestimmt mit, wie das Kraichgau-Projekt „Champions-League-Kurs“ gesteuert wird – sportlich wie strukturell. Keine Frage also, dass die Entscheidung über den neuen Präsidenten nicht nur die Mitglieder bewegt, sondern auch die Bundesliga neugierig beobachtet.
Morgen Abend um 18 Uhr fällt der Hammer. Die Arena wird zur Wahlkabine, die Gegentribüne zum Schicksalsort. Wer auch immer die Mehrheit bekommt: Er erbt ein Amt, das in den letzten zwölf Monaten drei Mal die Besetzung wechselte. Die Erwartungshaltung ist klar – die TSG will endlich wieder einen Präsidenten, der länger hält als eine Saison.
