Bronze für marchand, silber für marburger: pelkumer paralympics-tag der kleinen differenzen

2,7 Sekunden fehlen auf Gold, 1,9 Sekunden auf Bronze – und ein Schlaganfall liegt fünf Jahre zurück. Die Pelkumer Paralympics-Equipe liefert in Tesero eine Vorstellung ab, die sich nicht in Medallen, sondern in Millisekunden misst.

Sebastian Marburger schleppte sich mit grippalem Infekt zur Startlinie, atmete sich in 3:44,6 Minuten zum Silberglanz. Raman Swirydsenka aus Belarus blieb unerreichbar, doch der 28-jährige Debütant vom SK Wunderthausen zog sich die erste Medaille wie einen warmen Pullover über. „Ich habe nicht geglaubt, dass es so gut aufgeht“, sagte er mit heiserer Stimme, „morgen sind zehn Kilometer – wenn die Lunge mitmacht.“

Leonie walter und linn kazmaier: ein podest, zwei geschichten

Die Sehbehinderten-Klasse lieferte das deutsche Doppel: Leonie Walter mit Guide Christian Krasmann, Linn Kazmaier an der Seite von Florian Baumann. Kazmaier profitierte von der Umstrukturierung nach Walters Disqualifikation vom Vortag – und sammelte ihre sechste Paralympics-Medaille mit 19 Jahren. Gold ging an Russlands Anastasija Bagijan, doch im deutschen Lager zählt nur die Tatsache, dass zwei Athletinnen auf dem Treppchen stehen.

Kathrin Marchand jagte Vilde Nilsen bis zur Zielgeraden, blieb auf Rang vier. 1,9 Sekunden – so wenig, so viel. Die 35-jährige Ex-Ruderin, die nach ihrem Schlaganfall neu erfand, schüttelte nur den Kopf: „Ich wollte das Podest, nicht die Moral.“

Andrea eskau jagt rekorde, oksana masters schreibt geschichte

Andrea eskau jagt rekorde, oksana masters schreibt geschichte

In der sitzenden Klasse wurde Andrea Eskau Vierte – bei ihren neunten Spielen. Die 54-Jährige lachte trocken: „Ich höre auf, wenn ich zehn kann.“ Ihre Konkurrentin Oksana Masters aus den USA sammelte ihren elften Sieg, so mühelos, als würde sie Einkäufe erledigen.

Frühlingshafte Bedingungen, Schneeschmelze, Atemwege am Limit – die Tesero-Strecke war ein Minenfeld. Doch die Pelkumer Delegation trat sich den Staub von den Skisohlen und marschierte mit zwei Silbern, einer Bronze und einer Prise Frust Richtung Mittelstrecke. Die Medaillen sind verteilt, die Geschichten schreiben weiter – und die nächsten zehn Kilometer warten schon.