Deutsche mixed-staffel scheitert an windflaute – nationenwertung trotzdem gerettet

Die deutsche Mixed-Staffel hat sich in Otepää selbst aus dem Rennen geschossen. Fünfter Platz, vier Strafrunden, 1:11 Minuten Rückstand – das ist keine Frage von Pech, sondern von Präzision. Philipp Horn traf drei Mal daneben, schimpfte hinterher: „Nicht drei Strafrunden – das geht nicht.“

Wind aus russland war kein alibi

Estland liegt 50 Kilometer von der russischen Grenze entfernt, doch die Böen waren nicht stärker als anderswo. Die Athleten schossen trotzdem wie im Nebel. Horn, Nawrath, Grotian und Tannheimer lieferten sich ein Schieß-Wirrwarr, das selbst die ARD-Kommentatoren verstummen ließ. Selina Grotian war danach die Einzige, die sich ein positives Fazit erlaubte – zwei Nachlader, kein Strafrundengift.

Am Ende reichte es nur zu Platz fünf. Dahinter lag Schweden souverän, die Schweiz sicherte sich Silber um drei Sekunden vor den USA. Für Deutschland bleibt ein fader Beigeschmack: 189 Punkte Vorsprung auf Finnland in der Nationenwertung – das ist der einzige Trost, bevor am Donnerstag in Oslo der letzte Sprint des Jahres fällt.

Single-mixed liefert vorgeschmack auf chaos

Single-mixed liefert vorgeschmack auf chaos

Schon am Vortag lieferten Justus Strelow und Vanessa Voigt ein Lehrstück über Selbstblockade: drei Strafrunden von Strelow, 17 Nachlader insgesamt, trotzdem noch Rang vier. Voigt lief sich die Seele aus dem Leib, doch Norwegen zog davon. Das Duo war nach dem Rennen sichtlich mitgenommen – der Wind hatte auch hier die Zeiger drehen lassen.

Otepää gilt als Generalprobe für die WM 2025. Wenn sich das Schießverhalten nicht ändert, wird die Heim-Heim-Chance schnell zur Heim-Falle. Horn packte es nach dem Rennen selbst: „Wir müssen auf dem Stand bleiben, sonnerst wird das nichts mit dem Podest in Oslo.“

Die deutschen Trainer haben drei Tage Zeit, um die Köpfe zu richten. Der Vorsprung in der Nationenwertung ist komfortabel, aber kein Freifahrtschein. Wer in Oslo erneut ins Schießchaos rutscht, darf im nächsten Winter nur mit vier Athleten starten – und das wäre das eigentliche Desaster.