Windlotterie in otepää: vier strafrunden zerstören deutschen podest-traum
Vier Strafrunden, 18 Nachlader – und trotzdem Rang fünf: Die deutsche Mixed-Staffel um Philipp Nawrath, Philipp Horn, Selina Grotian und Julia Tannheimer verpasste den Weltcup-Sieg in Otepää knapp, baute aber die Führung in der Nationenwertung auf 189 Punkte aus. Der Wind am Schießstand war ein gnadenloser Gegner.
Philipp horn trifft dreimal daneben – und sich selbst
„Ich ärgere mich heute sehr über mich selbst“, sagte Horn nach dem Rennen im ARD-Mikrofon. Drei Strafrunden. Kein Scherz. Bei Windböen, die die Kugeln wie Blätter wirbeln ließen, schaltete der 29-Jährige dreimal in die Extrarunde. „Nicht leicht, klar. Aber nicht drei.“ Die Schweden siegten mit nur einer Strafrunde und 14 Nachladern – ein kleines Meisterstück in der Lotterie von Otepää.
Nawrath lief sich dagegen in Form. Nach seiner Verfolgung mit Schieffehlern zeigte er auf der Loipe, warum er zur Spitzengruppe gehört. Doch auch er musste alle drei Nachlader nutzen, um die Strafrunde zu verhindern. Die Botschaft: Laufstärk allein reicht nicht, wenn der Wind pfeift.

Grotian und tannheimer halten die fahne hoch – bis zur letzten scheibe
Selina Grotian lieferte das beste deutsche Schießen: zwei Nachlader, keine Strafrunde. „Ich bin sehr froh über mein Rennen“, sagte sie. Julia Tannheimer musste im letzten Stehendanschlag dann doch ran. Eine Strafrunde. Tür zu. Podest weg.
Doch die Rechnung stimmt trotzdem: Deutschland führt vor Finnland (189 Punkte Vorsprung) und Tschechien (220). Nur die besten fünf Nationen dürfen nächste Saison mit sechs Athletinnen starten. Das Ziel ist klar: Oslo. Donnerstag, 16:15 Uhr. Letzter Sprint. Entscheidung.
Im Single-Mixed hatten schon Justus Strelow und Vanessa Voigt Rang vier geholt – ebenfalls nach drei Strafrunden. Strelow sprach offen: „Das war mein schlechtestes Karriererennen.“ Voigt trug das Team. Sie wird in Oslo wieder angreifen. Die deutsche Staffel lebt von solchen Aufbäumen.
Otepää war kein Fest, aber ein Schritt. Vier Strafrunden, 18 Nachlader – und trotzdem vorne. Das ist die Botschaft, die nach Oslo reist: Wir sind noch da. Und wir kommen mit Kurs auf Platz eins.
