D'aversa zündet turin: parma-krimi wird saison-schicksal

Roberto D’Aversa hat die Granata auf Kriegsfuß geschickt. Vor dem Heimspiel gegen Parma fordert er „Kopf ab, Herz an“ – und kreist das Match als erstes von vier Finals ein, die über Turins Klassenbleib entscheiden.

Der Coach kennt die Gegner wie kaum ein Zweiter. Unter seiner Führung stieg Parma zweimal auf – einst als Held, nun als Rivale. „Morgen zählt nur, wer die 90 Minuten beherrscht“, sagt er knapp. „Sentimentale Rückblenden sind Luxus, den wir uns nicht leisten können.“

Parma ist auswärts-beste – und genau das macht sie gefährlich

Die Zahlen sind ein Spiegel der Härte: vier Niederlagen, 20 Punkte – kein Zweitliga-Team sammelt draußen mehr. Cuestas Mannschaft spielt kompakt wie ein Banktresor und kontert mit Tempo. D’Aversa kennt die Muster, warnt aber vor Überfahrt: „Wer sie aufreißen will, bekommt die zweite Welle um die Ohren.“

Turin selbst schraubte nach dem 2:0 gegen Lazio die Selbstwahrnehmung. Doch der Trainer blockt Euphorie ab: „Ein Sieg ist kein Trend, solange die nächsten Punkte fehlen.“ Seine zentrale Forderung: Geduld statt Platzwunde. „Wir dürfen nicht in den Modus ‚wir müssen sofort treffen‘ verfallen. Das öffnet nur Räume, die wir nicht haben wollen.“

Adams wird zum joker – aboukhlal fällt komplett aus

Adams wird zum joker – aboukhlal fällt komplett aus

Die Lösung könnte Adams heißen. Der Flügelspieler ist nach Adduktoren-Problemen wieder in Form, aber noch ohne Vollgas-Drehzahl. D’Aversa zögert nicht: „Er kann eine Partie mit einem Dribbling oder einem Freistoß aufmachen. Ob 60 oder 90 Minuten, entscheide ich kurzfristig.“

Nein sagen muss er dagegen Aboukhlal. Der Marokkaner laboriert an einer Oberschenkelblessur, die ihn auch gegen Milan wahrscheinlich ruhen lässt. Leichte Ermüdungserscheinungen plagen zudem Nkounkou und Casadei; beide reisen trotzdem mit, notfalls als Option von der Bank.

Der Kader steht vor dem Puzzle: „Ich habe in allen Reihen echte Kopfzerbrecher“, gibt D’Aversa zu. Drei Tage später folgt die nächste Schicksalspartie bei Cagliari. Wer heute zögert, kann morgen weinen. Die Rechnung ist simpel: sechs Punkte aus den nächsten zwei Spielen, und der Abstiegsrechner verstummt.

Die Fans sollen laut Coach die Kette spannen, nicht die Nerven. „Wenn das Stadion pfeift, weil die erste Chance nicht sitzt, überträgt sich das auf die Spieler. Wir brauchen Lärm, der trägt – nicht Druck, der erdrückt.“

Kick-off Sonntag, 15.00 Uhr MESZ. Für Turin geht es um nicht weniger als die Saison. Denn wer gegen Parma strauchelt, muss im Mai zittern. Und D’Aversa hasst es zu zittern.