Chukwuemeka plant sich für rangnicks wm-kader – bvb-zeit drängt

Der Ball rollt wieder für Carney Chukwuemeka – zumindest halb. Nach zwei Spielen Zwangspause meldete sich der 22-Jährige am Donnerstag zurück auf dem Trainingsrasen, allerdings nur „teilintegriert“, wie Trainer Niko Kovac nach der Einheit betonte. Die Uhr tickt laut: Neun Bundesliga-Spiele bleiben, um sich Ralf Rangnick zu empfehlen.

Kovac fordert: „unabhängig von der wm die leistung bringen“

Der BVB hat 20 Einsätze aus Chukwuemekas erster Saison in Schwarz-Gelb gesichtet – 14 davon als Joker, zwei Tore, Notenschnitt 3,64. Kovac kennt die Zahlen, ließ sie durch die Presse zischen, stellte klar, was er will: „Ich erwarte, dass er die Leistung bringt, die wir uns erhoffen. Punkt.“ Keine Extra-Wohltat, kein WM-Geschenk. Der Coach verlangt den nächsten Schritt, jetzt.

Hinter den Kulissen lief ein anderer Deal bereits perfekt. Seit Dienstag steht fest: Chukwuemeka spielt künftig für Österreich, nicht für England. Geboren 2003 in Wien, aufgewachsen in London, schwenkte der Mittelfeldspieler auf Drängen von Rangnick um. Kovac schob einen Scherz hinterher: „Die Entscheidung hat er eigenständig getroffen – ich war kein Anwalt, nur Zuhörer.“

Länderspieldebüt ende märz?

Länderspieldebüt ende märz?

Die Testspiele gegen Ghana (27. März) und Südkorea (31. März) rücken näher. Rangnick nominiert am Montag, Chukwuemekas Muskelprobleme müssen bis dahen komplett abgeheilt sein. Im BVB-Kader fehlte er zuletzt gegen Bayern und Köln – beide Male wegen denselben Beschwerden. Nico Schlotterbeck kehrte indes vollständig ins Teamtraining zurück, Julian Brandt fehlte erneut krankheitsbedingt.

Für den Klub könnte der Verbandswechsel ein Nebeneffekt sein: ein motivierter Spieler, der sich in kurzer Zeit beweisen will. 630 Minuten hat Chukwuemeka in dieser Saison gesammelt, die meisten davon als Kurzeinsatz. Drei direkt beteiligte Tore stehen in der Bilanz – zu wenig für einen, der beim FC Chelsea einst als Jahrhunderttalent galt. Die nächsten neun Partien sind seine persönliche Play-off-Runde.

Kovac ließ offen, ob er den Österreicher schon gegen Union Berlin (Samstag, 15.30 Uhr) wieder aufläuft. Die Antwort wird vom medizinischen Stab kommen, nicht von der Presse. Chukwuemeka selbst schwitzt derweil in der Einheit, die Kameras fangen jeden Schritt ein. Die WM in den USA, Kanada und Mexiko ist in 17 Monaten – für ihn beginnt die Qualifikation am Samstag, 33. Spieltag, Stadion An der Alten Försterei. Dort will er Rangnick endgültig überzeugen. Sonst bleibt nur die Tribüne.