Conte winkt italien: comeback nach dem debakel?

Die italienische Fußball-Nationalmannschaft steht am Scheideweg. Nach dem verpassten WM-Ticket – und dem Rücktritt von Trainer Gennaro Gattuso – wird nun fieberhaft nach einem Nachfolger gesucht. Ein Name fällt dabei immer wieder ins Gewicht: Antonio Conte.

Conte spielt mit der neapolitanischen feuer

Der 56-jährige Coach, derzeit an der Seitenlinie von SSC Neapel wirkend, äußerte sich am Montagabend nach dem knappen 1:0-Heimsieg gegen AC Milan vielsagend. Fünf Siege in Serie sprechen für seine Arbeit, obwohl die Mannschaft in der Serie A aktuell nur den zweiten Platz belegt. „Wenn ich Präsident der FIGC wäre“, so Conte, „würde ich mich auch fragen.“ Ein klares Statement, das die Notlage des italienischen Verbandes unterstreicht.

Conte ließ keinen Zweifel daran, dass er sich der Situation bewusst ist. Er betonte, dass er zwar einen langfristigen Vertrag bis Sommer 2027 in Neapel besitzt, aber dennoch offen für Gespräche mit dem Verband ist. „Sie kennen meine Situation“, erklärte er, „und sie wissen, dass ich mich mit dem Präsidenten treffen werde.“

Ein alter bekannter mit offenen rechnungen

Ein alter bekannter mit offenen rechnungen

Conte war bereits von 2014 bis 2016 Nationaltrainer und führte die Squadra Azzurra bei der EM 2016 überraschend weit. Damals bemängelte er jedoch mangelnde Unterstützung seitens des Verbandes. „Jetzt muss sich vieles ändern“, forderte er. „Es braucht Menschen, die die Lage verstehen und bereit sind zu handeln.“ Die erneute Blamage in der WM-Qualifikation hat den Druck auf die FIGC enorm gesteigert.

Es ist ein Spiel mit der politischen Agenda. Conte, der stets ein Mann der klaren Worte war, deutet an, dass er bereit wäre, das Ruder zu übernehmen – sofern seine Bedingungen erfüllt werden. Die Frage ist, ob der Verband bereit ist, Zugeständnisse zu machen, um den angeschlagenen Ruf der italienischen Nationalmannschaft zu retten. Denn eines ist klar: Die Zeit drängt, und die Suche nach einem neuen Trainer muss zügig vorangetrieben werden, um die nächste Qualifikation nicht erneut zu verpassen.

Die Verhandlungen werden spannend. Ob Conte tatsächlich zu seinem alten Wirkungsort zurückkehrt, bleibt abzuwarten. Doch eines ist gewiss: Italien braucht dringend einen neuen Start, und Antonio Conte könnte der Mann sein, der diesen Neustart einleitet – oder zumindest der, der die Diskussion anheizt.