Conte feiert elmas: "für diesen mazedonier würde ich eine statue bauen"
Neapel siegt trotz Lazarett, Conte schwärmt, Elmas glänzt – und die Serie A soll sich warm anziehen. Der 2:1-Erfolg gegen Turin war kein gewöhnlicher Dreier, sondern ein Statement aus Campania: Wer auch immer ausfällt, der Glaube bleibt.
Elmas ist kein joker mehr, sondern feste größe
18. Spiel in Serie von Beginn an. Zwei Positionen gespielt. Null Gejammer. „Er versteht Fußball wie ein Schachbrett, springt zwischen die Linien, macht das Spiel schneller und dichter“, schwärmt Conte, während er die Krawatte lockert. Die Zahlen sprechen mit: 87 % Passquote, fünf Ballgewinne im letzten Drittel, eine Vorlage, die fast zum Tor wurde. Für den Mazedonier würde Conte laut eigener Aussage „eine Statue vor dem Stadion bauen“. Ironie des Fußballs: Vor zwei Jahren galt Elmas noch als Upgrade für den Bankplatz.
Die wahre Geschichte steckt aber im Lazarett. Lobotka, McTominay, Lukaku, Neres – alle fehlen. Conte aber redet nicht von Pech, sondern von Kultur. „Wir haben nie nach Ausreden gesucht. Die Supercoppa gewannen wir ohne sie, die Tabelle führen wir trotz ihnen.“ Klingt hart, ist Realität. Gilmour rückt ins defensive Mittelfeld, spielt 92 Pässe, gewinnt 11 Zweikämpfe, wirft sich in Schüsse wie ein Bodyguard.

Die rückkehr der langzeitverletzten verändert die meisterschaft
Anguissa und De Bruyne sind zurück. 63 Tage ohne sie, nun wirken sie wie zwei frische Zündkerzen. Anguissa deckt 11,2 km ab, De Bruyne leitet den Siegtreffer ein. „Es sieht aus, als wären sie nie weg gewesen“, sagt Conte mit einem Grinsen, das zwischen Stolz und Erleichterung schwankt. Die Konkurrenz sollte aufhorchen: Wenn Neapel selbst mit B-Formation punktet, wird die A-Formation zur Kampfansage.
Die Tabelle lügt nicht: Vier Punkte Vorsprung auf Atalanta, acht auf den FC Como. Noch entscheidender: Das Torverhältnis (+25) ist das beste der Liga. Die Defensive kassierte nur neun Gegentreffer – Rekord. Conte hat aus einer Notlage eine Tugend gemacht und dabei die taktische Flexibilität seiner Mannschaft unter Beweis gestellt.
Am Ende bleibt ein Satz, der in Neapel bis Mai nachhallen wird: „Geschenke können wir uns nicht leisten, aber Überraschungen schon.“ Elmas, die lebende Statue, ist nur der erste Act. Die Serie A hat gewarnt: Der Sturm aus dem Süden frischt gerade erst auf.
