Evaristo beccalossi: inter-legende stirbt mit 69 jahren
Ein Raunen ist durch die Fußballwelt gegangen: Evaristo Beccalossi, der charismatische Stürmer der Inter Mailand aus den 80er Jahren, ist im Alter von 69 Jahren in Mailand verstorben. Seine Verbindung zu den Nerazzurri war legendär, ein Phänomen, das über Erfolge und Misserfolge hinausging – ein Beweis für die tiefe Verbundenheit zwischen einem Spieler und seinen Fans.
Der mann, der mehr war als ein fußballer
Beccalossi, geboren am 12. Mai 1956 in Brescia, begann seine Karriere bei seinem Heimatverein, bevor er 1978 zu Inter wechselte. Sechs Jahre lang prägte er die Mailänder Offensive, gewann einen Scudetto und den Coppa Italia und wurde zum Liebling der Curva Nord. Sein Spiel zeichnete sich durch Dribblings, Hacken und eine unberechenbare Technik aus – er war einfach „Becca“, wie ihn die Fans liebevoll nannten.
Doch Beccalossi war mehr als nur ein talentierter Fußballer. Er verkörperte eine Art von Leidenschaft und Authentizität, die ihn zu einer Ikone machte. Der Gesang der Fans, „Evaristo, Evaristo, nicht einmal Christus hält ihn auf“, mag blasphemisch und respektlos gewesen sein, aber er drückte die immense Bewunderung und den Glauben an seinen Fähigkeiten aus.

Die verlorenen elfmeter und paolo rossis monolog
Selbst in den Momenten der Enttäuschung vergaßen die Fans Beccalossis Wert nicht. Ein besonders denkwürdiges Beispiel ist der Coppa-dei-Campioni-Spiel gegen Slovan Bratislava am 15. September 1982. Beccalossi verfehlte zweimal vom Elfmeterpunkt, doch der Humor des Komikers und Inter-Fans Paolo Rossi relativierte die Situation auf charmante Weise: „Becca sagte: ‚Ich schieße‘, und ich dachte mit dem ganzen Stadion: das sind echte Männer. Er nahm den Ball und legte ihn auf den Elfmeterpunkt. Er tat es mit der Sicherheit eines Mannes, der niemals verfehlen würde. Und er verfehlte! Und ich dachte: für mich bleibt er ein Mann. Aber als sieben Minuten später ein weiterer Elfmeter für Inter gegeben wurde, ist es für einen Spieler, der gerade einen Elfmeter verfehlt hat, leicht zu verstehen, wie schwierig es ist, die Verantwortung erneut zu übernehmen. Er sah das ganze Stadion an. Und das ganze Stadion sagte: ‚Nein! Put. Eva.‘. ‚Ich schieße!‘ Und er legte den Ball mit der Sicherheit eines Mannes, der nicht verfehlen würde, auf den Elfmeterpunkt. Und er verfehlte erneut! Und ich dachte: für mich ist er immer ein Mann. Ein bisschen Pech, aber immerhin ein Mann.“

Von der heldenverehrung zur expertenrolle
Mit dem Kommen von Hansi Müller wurde Beccalossi 1984 zu Sampdoria transferiert, bevor seine Karriere ihn noch zu Monza, Barletta und Pordenone führte. Nach seiner aktiven Zeit fand er eine neue Bestimmung als TV-Experte, wo er seine Einsichten und seine Leidenschaft für den Fußball teilte. In 216 Spielen für Inter erzielte er 37 Tore, ein eindrucksvoller Beweis seiner Bedeutung für den Verein.
Sein Tod hinterlässt eine Lücke im Herzen vieler Inter-Fans. Evaristo Beccalossi war mehr als nur ein Fußballspieler; er war ein Symbol für Leidenschaft, Authentizität und die unzerbrechliche Bindung zwischen einem Spieler und seinem Verein. Seine Geschichte wird noch lange in den Annalen des italienischen Fußballs widerhallen.
