Capello warnt milan: lazio-trap und der teufel im eigenen kopf

Mailand schielt auf die Meisterschaft, doch Fabio Capello pfeift die Mannschaft zurück. Nach dem 5:0 gegen Lecce und dem Patzer von Inter in Bergamo könnte der AC Milan bei einem Sieg in Rom auf fünf Punkte herankommen. „Zu viel Euphorie kann tödlich sein“, sagt der ehemalige Milan-Coach. Er kennt die Falle.

Capello sieht lazio als zündstoff

Die Zahlen sind verlockend: Vor einer Woche lag Milan noch zehn Punkte hinter Inter, heute kann die Lücke auf fünft schrumpfen. Doch Capello, der als Spieler und Trainer sieben Scudetti gewann, warnt vor dem Gefühl, schon am Ziel zu sein. „Das 1:1 von Inter gegen Atalanta hat Mailand euphorisiert. Aber in Rom wartet eine Mannschaft, die nichts zu verschenken hat.“ Lazio steht nach dem Sieg gegen Napoli wieder mit beiden Beinen im Rennen um die Champions-League-Plätze. Capello: „Die Roma-Spieler laufen nicht für Allegri, sie laufen für sich. Und das macht sie gefährlich.“

Der 77-Jährige hat die Szene im Visier: Milan-Trainer Stefano Pioli jubelte nach dem Lecce-Spiel wie ein Schüler, der gerade die Klassenarbeit mit einem blauen Fleck bestanden hat. „So ein Sieg kann dich in den Kopf steigen. Dann will jeder den Ball in den eigenen Netzköcher bugsieren. Das ist der Moment, in dem du verlierst.“

Allegri hat estupinan im griff – jashari statt ricci?

Allegri hat estupinan im griff – jashari statt ricci?

Während Milan vor dem Lazio-Spiel die Balance sucht, hat Juve-Coach Massimiliano Allegri laut Capello bereits die erste Halbfinale-Begegnung gewonnen: „Er ist Estupinan in den Kopf gestiegen.“ Der Brighton-Linksverteidiger hatte in der Europa League gegen Juve zwei Fehler gemacht, die beide zu Toren führten. Capello: „Allegri hat ihn analysiert, ihm die Lüften genommen. Das ist Mentales. Das ist Juve.“

Und dann der Nebensatz, der in Turin laut wird: „Wenn Jashari statt Ricci spielt, gibt es einen Grund.“ Der 20-jährige Albaner soll bei Juve die Rolle des dynamischen Sechsliners übernehmen, die Ricci zuletzt innehatte. Capello deutet an: Allegri baut nicht nur um, er baut gezielt auf Temperament. „Jashari rennt, er tritt, er spielt mit dem Messer zwischen den Zähnen. Genau das, was Juve in dieser Phase braucht.“

Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden. Aber die Köpfe sind es längst. Capello lacht trocken: „Milan darf nicht denken. Juve darf nicht zögern. Und Inter darf nicht glauben, dass sie schon durch ist.“ Die nächsten 90 Minuten in Rom könnten die Saison neu schreiben – oder sie endgültig killen.