Bvb verzichtet auf trainingslager: wm-marathon zwingt zur umplanung
Dortmund – Der BVB bricht mit einer langjährigen Tradition: In diesem Sommer verzichtet Borussia Dortmund gänzlich auf das Sommertrainingslager. Ein Schachzug, der vor allem der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft geschuldet ist und die Dortmunder Verantwortlichen vor eine enorme logistische Herausforderung stellt.
Die wm-vorbereitung als limitierender faktor
Die Entscheidung ist überraschend, insbesondere da Trainer Niko Kovač eigentlich ein großer Befürworter von Sommertrainingslagern ist. Doch die Auslosung und der eng getaktete Zeitplan rund um die WM lassen kaum Alternativen zu. Bereits am 25. Mai müssen sich die deutschen Nationalspieler in Frankfurt treffen, um sich auf den Weg nach Chicago zu machen, wo ein Kurztrainingslager und ein Testspiel gegen die USA anstehen. Sollte die DFB-Auswahl bis ins Finale am 19. Juli vordringen, wären die Spieler nahezu 60 Tage lang ununterbrochen im Einsatz – eine Belastung, die kaum verkraftbar wäre.
Ein Blick auf die Nationalspieler verdeutlicht die Dimension des Problems: Die WM-Vorbereitung und der Turnierverlauf lassen kaum Zeit für eine angemessene Vorbereitung mit dem BVB. Nach der Weltmeisterschaft winkt den Nationalspielern zwar ein mehrwöchiger Urlaub, doch die Zeit bis zum Saisonstart in der Bundesliga ist zu knapp bemessen für ein klassisches Trainingslager.

Von bad ragaz nach saalfelden – und jetzt nach hause
Die Geschichte der BVB-Trainingslager ist lang und traditionsreich. Über Jahre hinweg war Bad Ragaz in der Schweiz fester Bestandteil der Saisonvorbereitung. Der zunehmende Trubel um die Mannschaft und die zahlreichen Fans führten jedoch zu einer Umplanung. Im vergangenen Sommer wich der BVB nach Saalfelden in Österreich aus, wo das Wetter allerdings alles andere als ideal war. Doch die Probleme mit dem Wetter waren nicht der Hauptgrund für die aktuelle Entscheidung.
Statt in die Ferne zu reisen, bereitet sich der BVB in dieser Sommerpause in Dortmund selbst auf die neue Saison vor. Ein Testspiel gegen den Lokalrivalen RW Oberhausen am 18. Juli ist bereits geplant, gefolgt von einer anstrengenden Asienreise ab Ende Juli, die hohe Reisestrapazen mit sich bringt. Die erste Runde des DFB-Pokals steht für den Zeitraum vom 21. bis 24. August an, die traditionelle Saisoneröffnung im Signal Iduna Park soll am Wochenende zuvor stattfinden. Der Bundesliga-Start ist auf den 28. August terminiert.
Die enge Abstimmung der Termine lässt wenig Raum für Erholung und Familie. Der Verein bemüht sich zwar, zumindest an anderer Stelle Entlastung zu schaffen, doch für viele BVB-Profis wird es ein enges Jahr.
Die Entscheidung, auf das Sommertrainingslager zu verzichten, ist ein deutliches Zeichen dafür, wie die WM den Terminkalender des BVB und seiner Spieler durcheinanderwirbelt. Es bleibt abzuwarten, ob diese ungewöhnliche Vorbereitung die Leistung des Teams in der kommenden Saison beeinträchtigen wird. Die Zeichen stehen jedoch auf einen Kraftakt für alle Beteiligten.
